03.01.2021, 15:11 Uhr

Rückblick Totes Baby in Mülltonne abgelegt – die Polizei ermittelt weiter

Das tote Mädchen wurde in einer Mülltonne entdeckt. Foto: 123rf.comDas tote Mädchen wurde in einer Mülltonne entdeckt. Foto: 123rf.com

Es sind die Nachrichten, die auch Journalisten nicht kalt lassen. Am ersten Weihnachtstag hat offenbar eine 24-Jährige in Regensburg ihr neugeborenes Baby getötet und in einer Mülltonne abgelegt. Dort fanden es am frühen Abend Zeugen und holten die Polizei.

Regensburg. „Am 25. Dezember 2020, in den frühen Abendstunden, teilte eine Zeugin ein totes Baby in einer Mülltonne in Regensburg (Stadtteil Ostenviertel) mit. Zeitnah erlangte die Polizei Kenntnis über den Aufenthaltsort der mutmaßlichen Mutter. Die 24-Jährige befand sich in einem Regensburger Krankenhaus“, meldete das Polizeipräsidium Oberpfalz am Samstag, 26. Dezember. Die Mutter des Kindes hatte sich zur Behandlung in ein Krankenhaus begeben, die Polizei kam ihr so schnell auf die Spur. „Die 24-jährige, deutsche Tatverdächtige wurde wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts am Nachmittag dem zuständigen Ermittlungsrichter in Regensburg vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts eines Tötungsdelikts. Die Tatverdächtige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert“, so die Polizei weiter. Denn: Das Kind, ein Mädchen, ist eines nicht natürlichen Todes gestorben. Darauf weisen die Ergebnisse der Obduktion hin, genauere Angaben hierzu lagen zu Redaktionsschluss am Montagmittag noch nicht vor.

Auf Facebook wurde der Post zum Fund der Babyleiche vielfach kommentiert – viele Leserinnen und Leser drückten ihr Unverständnis aus, es gebe doch die Möglichkeit, ein Kind in die Babyklappe zu legen oder auch anonym in einem Krankenhaus zu entbinden. Eine Userin bringt das Thema Vergewaltigung ins Spiel. Niemand hier kenne die Mutter und wisse, in welcher Lage sie sich befunden habe. Meike Diettler von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz kann am Montagvormittag hier keine Angaben machen. Von einer möglichen Vergewaltigung habe sie bisher nichts gehört. Zunächst hatte sich die Mutter nicht zu den Vorwürfen geäußert, der Pressestelle des Polizeipräsidiums lagen am Montagvormittag keine Informationen vor, dass sich das mittlerweile geändert hat.

Immer wieder erschüttern Nachrichten über tote Neugeborene – auch in der Region. Im Juni 2017 war ein totes Baby in einer Wohnung in Zeitlarn gefunden worden. Im Dezember 2015 wurde eine 21-Jährige wegen Totschlags verurteilt. Ihr Baby war tot in einem Müllcontainer eines Lebensmittelmarktes in Neustadt an der Waldnaab entdeckt worden. 2013 wurde der Fall einer 18-Jährigen bekannt, die ihr totes Baby zunächst in der Garage abgelegt und später an die Donau bei Saal an der Donau im Landkreis Kelheim gebracht hatte. Die junge Frau wurde wegen Totschlags verurteilt.

Wie es im aktuellen Fall aus Regensburg weiter geht, steht noch nicht fest, die Ermittlungen der Kripo dauern noch an.


0 Kommentare