16.10.2020, 08:38 Uhr

Gravierende Mängel aufgedeckt Herrmann zieht Bilanz zur diesjährigen Schwerverkehrskontrollaktion

 Foto: Jörg Hüttenhölscher/123rf.com Foto: Jörg Hüttenhölscher/123rf.com

Die Bayerische Polizei hat im Rahmen der diesjährigen europaweiten Schwerverkehrskontrollen „Truck & Bus“ von Mittwoch, 14. Oktober, 6 Uhr, bis Donnerstag, 15. Oktober, 6 Uhr, mehr Verstöße festgestellt, als bei der Vorjahresaktion.

Bayern. „Die Ergebnisse unserer Schwerpunktkontrollen zeigen auf erschreckende Weise, dass sich viel zu viele Lkw-Fahrer trotz hoher Unfallgefahren nicht an die Regeln halten oder mit defekten Fahrzeugen unterwegs sind“, so das Fazit von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. „Noch mehr Lkw-Kontrollen auf Bayerns Straßen ist deshalb unsere Devise!“

Bayerische Polizistinnen und Polizisten nahmen von Mittwoch auf Donnerstag 2.529 Lkw und Busse genau unter die Lupe. Bei den „Truck & Bus“-Kontrollen 2019 waren es 1.825. Bei 837 Fahrzeugen und Fahrern stellten die Beamten zum Teil mehrere Verstöße fest (2019: 632). In 39 Fällen handelte es sich um Gefahrguttransporter (2019: 35). Für Herrmann besonders bedenklich: 49 Mal mussten die bayerischen Lkw-Experten die Weiterfahrt aufgrund gravierender Mängel untersagen, beispielsweise wegen unzureichender Beleuchtung, defekten Bremsen oder mangelhaften Reifen (2019: 28 Fälle).

Der Innenminister setzt bei den verstärkten Kontrollen auf modernste Technik, beispielsweise spezielle Geräte zur Auswertung der Lenk- und Ruhezeiten, digitale Abstandsmessgeräte oder mobile Lkw-Waagen. Dazu kommt eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Kontrollexperten wie dem Bundesamt für Güterverkehr, dem Zoll sowie den zuständigen Veterinär- und Gewerbeaufsichtsämtern.

Darüber hinaus plant Herrmann noch mehr stationäre Lkw-Kontrollstellen, an denen noch besser tageszeit- und witterungsunabhängig kontrolliert werden kann. Eine solche ist an der Autobahn A9 bei Fahrenzhausen in Fahrtrichtung München vorgesehen. „Dank einer großen Bedachung, einer leistungsfähigen Beleuchtung, einer festinstallierten Waage und einem Höhenkontrollmessgerät können dann rund um die Uhr noch mehr Lkw überprüft werden“, kündigte Herrmann an. Auch ein Blick auf die Unfallstatistik verdeutlicht laut Herrmann die Notwendigkeit konsequenter Lkw-Kontrollen. Denn trotz corona-bedingt deutlich geringerem Verkehr und einem Rückgang der Lkw-Unfälle um 25 Prozent gab es im ersten Halbjahr 2020 bei Schwerverkehrsunfällen auf Bayerns Straßen 58 Getötete, acht mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie gefährlich Lkw-Unfälle sein können, zeigt sich nach Herrmanns Worten auch daran, dass diese für rund ein Viertel der insgesamt im Straßenverkehr getöteten Personen verantwortlich sind, bei einem Anteil von nur etwa vier Prozent an allen Verkehrsunfällen.


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