08.09.2020, 15:06 Uhr

Ermittlungen in Neumarkt Telefonbetrüger ergaunern 50.000 Euro Bargeld

 Foto: Ralf Kalytta/123rf.com Foto: Ralf Kalytta/123rf.com

Am Montag, 7. September, schlugen Telefonbetrüger erneut erfolgreich zu. Sie gaben sich als Polizeibeamte aus und betrogen eine 56-Jährige um 50.000 Euro. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt und warnt: „Geben Sie Unbekannten kein Geld!“

Landkreis Neumarkt . Am Montag kam es wieder zu vermehrten Anrufen von Telefonbetrügern in der Oberpfalz. Vor allem die Stadt Regensburg und der Landkreis Neumarkt waren davon betroffen. Gegen 14 Uhr übergab eine 56-Jährige aus dem nördlichen Landkreis Neumarkt vor ihrer Haustüre eine Summe von 50.000 Euro an einen Unbekannten.

Wie kann das passieren? – Mit dieser Frage wird die Polizei häufiger konfrontiert. Die Vorgehensweise in diesem Fall ist typisch für die Masche „falsche Polizeibeamte“. Er ist Teil der so genannten Callcenter-Betrugsmaschen, bei denen die Täter oftmals aus dem Ausland – wie aus Callcentern – etliche Bürgerinnen und Bürger hierzulande anrufen und sie mit verschiedenen Geschichten konfrontieren. Mal geben sie sich als Enkel oder Verwandte aus, die dringend Geld für einen Notlage oder einen Kauf benötigen würden, mal geben sie sich als Polizeibeamte aus, die vor einem bevorstehenden Einbruch warnen und „zur Sicherheit“ Wertgegenstände in Verwahrung nehmen müssten. Die Vorgehensweisen sind dabei sehr vielfältig. Allein diese beiden Maschen ereigneten sich in 2019 über 400 Mal in der Oberpfalz.

Regelmäßig werden die Opfer von den hochprofessionellen Tätern psychisch unter Druck gesetzt (Zeitdruck, Vortäuschen einer Notlage, etc.) und zur Geheimhaltung genötigt. Am Ende kommt ein Abholer und nimmt unter einer Legende die Wertgegenstände der Opfer entgegen. Zwar scheitern diese Betrugsversuche häufig beim ersten Anruf, jedoch kommt es immer wieder zu erfolgreichen Fällen, bei denen die gesamten Ersparnisse der Betrugsopfer abhandenkommen.

Im aktuellen Fall erhielt die Geschädigte kurz nach Mitternacht einen Anruf eines Mannes, der angeblich Polizeibeamter sei. Es folgten etliche Anrufe, die teilweise auch von anderen „Beamten“ kamen. Bei einer Festnahme wäre eine Liste mit Namen gefunden worden, auf der auch die Geschädigte verzeichnet sei. Man müsse ihren Bargeldbestand auf Echtheit überprüfen und auch Bankmitarbeiter seien in kriminelle Handlungen involviert. Die Frau begab sich zu ihrer Hausbank, hob 50.000 Euro ab und übergab sie gegen 14 Uhr dann einem Unbekannten vor ihrer Haustüre.

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die weiteren Ermittlungen übernommen und gibt Tipps gegen Telefonbetrüger!

Tipps der Polizei für Betroffene und Angehörige

Geben Sie keine Informationen zu Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder ihren persönlichen Daten heraus!

Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten haben, beenden Sie zuerst das Gespräch. Setzen Sie sich dann bitte umgehend mit der Polizei (Notruf: 110) oder mit einer Personen Ihres Vertrauens in Verbindung. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Zeitdruck erzeugt wird oder Geheimhaltung gefordert wird! Wählen Sie nur Ihnen bekannte und selbst recherchierte Telefonnummern.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen!

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Sind Sie bereits Opfer eines Callcenter-Betrugs geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen

- Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

Bewahren Sie Ihre Wertsachen, zum Beispiel höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zu Hause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach!

Angehörige, Sozialverbände, Religionsgemeinschaften und auch sonst in Kontakt mit älteren Menschen stehende Einrichtungen und Institutionen werden gebeten, insbesondere alleinstehende, ältere Verwandte auf die Maschen der Betrüger hinzuweisen.


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