07.09.2020, 21:03 Uhr

Die Polizei ermittelt Telefonbetrüger erneut erfolgreich – 30.000 Euro Beute

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Die Polizei warnte am Freitag, 4. September; vor falschen Polizeibeamten im Raum Regensburg. Trotzdem meldete sich am Abend ein Senior und teilte mit, dass er durch Callcenter-Betrüger um Schmuck und Bargeld in fünfstelliger Höhe betrogen wurde. Die Betrüger wählten diesmal jedoch eine andere Legende. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt.

Regensburg. Am Freitag, 4. September , erhielt ein 87-jähriger Senior einen Anruf eines angeblichen Bekannten. Wegen eines Unfalls würde der Bekannte dringend Geld benötigen. Der Mann hob bei der Bank einen fünfstelligen Bargeldbetrag ab und brachte ihn nach Hause. Dort gab er noch weiteres Bargeld hinzu und übergab das Geld seiner Tochter, die das Geld einem Betrüger vor der Haustüre des Seniors aushändigte. Der Betrüger meldete sich kurz darauf erneut und teilte mit, dass er noch mehr Geld benötigen würde. Daraufhin ließ der Senior erneut über die Tochter Schmuck im Wert eines vierstelligen Eurobetrags übergeben. Insgesamt entstand so ein Schaden von etwa 30.000 Euro.

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führt die weiteren Ermittlungen.

Hintergründe zur Vorgehensweise

Die Vorgehensweise in diesem Fall ist typisch für den so genannten Schockanruf. Er ist Teil der sogenannten Callcenter-Betrugsmaschen, bei denen die Täter oftmals aus dem Ausland – wie aus Callcentern – etliche Bürgerinnen und Bürger hierzulande anrufen und sie mit verschiedenen Geschichten konfrontieren. Mal geben sie sich als Enkel oder Verwandte aus, die dringend Geld für einen Notlage oder einen Kauf benötigen würden, mal geben sie sich als Polizeibeamte aus, die vor einem bevorstehenden Einbruch warnen und „zur Sicherheit“ Wertgegenstände in Verwahrung nehmen müssten. Die Vorgehensweisen sind dabei sehr vielfältig. Allein diese beiden Maschen ereigneten sich in 2019 über 400 Mal in der Oberpfalz.

Regelmäßig werden die Opfer psychisch unter Druck gesetzt (Zeitdruck, Vortäuschen einer Notlage, etc.) und zur Geheimhaltung genötigt. Am Ende kommt ein Abholer und nimmt unter einer Legende die Wertgegenstände der Opfer entgegen. Zwar scheitern diese Betrugsversuche häufig beim ersten Anruf, jedoch kommt es immer wieder zu erfolgreichen Fällen, bei denen die gesamten Ersparnisse der Betrugsopfer abhandenkommen.

Tipps der Polizei für Senioren und Angehörige

Geben Sie keine Informationen zu Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder ihren persönlichen Daten heraus. Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten haben, beenden Sie zuerst das Gespräch. Setzen Sie sich dann bitte umgehend mit der Polizei (Notruf: 110) oder mit einer Personen Ihres Vertrauens in Verbindung. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Zeitdruck erzeugt wird oder Geheimhaltung gefordert wird! Wählen Sie nur Ihnen bekannte und selbst recherchierte Telefonnummern. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen! Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen. Sind Sie bereits Opfer eines Callcenter-Betrugs geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen. Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom. Bewahren Sie Ihre Wertsachen, zum Beispiel höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zu Hause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach! Angehörige, Sozialverbände, Religionsgemeinschaften und auch sonst in Kontakt mit älteren Menschen stehende Einrichtungen und Institutionen werden gebeten, insbesondere alleinstehende, ältere Verwandte auf die Maschen der Betrüger hinzuweisen.


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