23.08.2020, 11:34 Uhr

Statistik „Erschütternd“ – in diesem Jahr verloren bereits zehn Biker in der Oberpfalz bei Unfällen ihr Leben

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Schon wieder muss die Polizei auf ein unfallträchtiges Wochenende, 15. und 16. August, zurückblicken. Insbesondere ereigneten sich tragische Motorradunfälle, bei denen Beteiligte teils schwerst verletzt wurden und damit auch großes Leid bei ihren Angehörigen hervorgerufen wurde. Die Polizei appelliert erneut an die Motorradfahrer.

Regensburg. „Krad und Pkw streifen sich – 49-Jähriger schwer verletzt“

„16-Jähriger frontal gegen Baum – schwerste Verletzungen“, „Mit Kleinkraftrad gestürzt – 20 Jahre alter Mann mit Hubschrauber ins Krankenhaus“: Die Schlagzeilen der genannten Pressemeldungen vom Wochenende sind erschütternd. Dabei hat die Polizei gerade erst vor wenigen Wochen eine Pressemitteilung veröffentlicht, um an die Vernunft der Motorradfahrer zu appellieren.

In diesem Jahr war bereits der zehnte tödlich verletzte Motorradfahrer in der Oberpfalz zu beklagen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von acht Personen darstellt! Fest steht, dass die Ursache bei den tödlichen Verkehrsunfällen in vielen Fällen von den Bikern gesetzt wird, so etwa überhöhte Geschwindigkeit, Abkommen von der Fahrbahn oder Fehler beim Überholen. Die Oberpfälzer Polizei wird sich weiterhin verstärkt dafür einsetzen, derartige Unfälle möglichst zu verhindern.

Zum einen setzt sie dabei auf Prävention: Mit Schwerpunktkontrollen im gesamten Bezirk liegt der Fokus noch intensiver auf den Bikern, um insbesondere auch im Gespräch auf eine vernünftige, angepasste Fahrweise und die möglichen Folgen eines Unfalls hinzuweisen. Damit sensibilisieren die Beamtinnen und Beamten die Motorradfahrer hinsichtlich auftretender Gefahren und dabei insbesondere auch hinsichtlich des Risikos. Denn ein Motorradfahrer ist im Unfallgeschehen weit weniger geschützt als beispielsweise ein Pkw-Fahrer. Seitens der Polizei wird daher der Fokus mittels zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit, besonders auch durch die Leitung des Polizeipräsidiums Oberpfalz, immer wieder bewusst auf die herausragende Bedeutung der eigenen Vernunft beim Fahren gelenkt. Denn letztlich entscheidet sie darüber, ob Biker nach einer Ausfahrt wieder sicher zu Hause bei ihren Familien und Freunden ankommen.

Zum anderen setzt die Polizei auf eine konsequente Ahnung von festgestellten Verstößen, denn jegliche Zuwiderhandlung birgt eine neue Gefahr im Straßenverkehr.

Die gesetzliche Vorgabe, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung konsequent einzuhalten, wird von der Polizei beharrlich unterstrichen und durchgesetzt. So wurden bei eine schwerpunktmäßigen Kontrollaktion in Bruck in der Oberpfalz und in Hof am Regen am 14. August insgesamt 42 Krafträder kontrolliert. Dabei mussten zwei Motorradfahrer wegen Geschwindigkeitsverstößen geahndet werden. Bei zwei weiteren Motorrädern war die Auspuffanlage manipuliert, was zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führte. Ein Kradfahrer wurde wegen Kennzeichenmissbrauchs angezeigt, ein anderer aufgrund unzulässiger Reifen und bei drei weiteren war die Ausrüstung zu beanstanden.

Letztlich entscheidet jeder selbst durch das eigene Fahrverhalten über seine und die Sicherheit anderer. Für einen „kurzzeitigen Kick“ oder durch Unachtsamkeit sollte niemand sein Leben, aber vor allem auch nicht das Leben anderer, aufs Spiel setzen. Nur selten muss er den Schmerz und das Leid der Unfallfolgen alleine ertragen.

Ein an die Unfallstelle gerufener, 25 Jahre alter Polizist einer Oberpfälzer Dienststelle berichtet: „Von der Einsatzzentrale erhielten wir zunächst die Mitteilung, dass sich ein Verkehrsunfall mit einem Motorrad ereignet hatte. Als wir an der Unfallörtlichkeit ankamen, konnten wir schon feststellen, wie mehrere Personen den regungslos im Graben liegenden Motorradfahrer erstversorgt haben. Nachdem die notärztliche Versorgung abgeschlossen war, stellten wir fest, dass es sich um einen Jugendlichen handelte. Dies war für alle Einsatzkräfte, auch Feuerwehr und BRK, eine schlimme Situation – besonders, weil die Notärzte mit dem Schlimmsten rechneten.“ Anschließend fuhr er mit seinem Kollegen zur Verständigung der Angehörigen des Verunfallten: „Auf dem Weg dorthin kreisen einem mehrere Gedanken durch den Kopf: Wie überbringe ich den Eltern am ,behutsamsten‘ die Nachricht? Vor Ort fanden wir ein Gefühl der Bestürzung vor, da die Eltern langsam realisiert hatten, wie ernst die Lage für den Verunglückten war. Die Folgen, die ein solcher Unfall mit sich bringt, sind immer wieder erschütternd und rufen bei allen Beteiligten große Betroffenheit hervor.“


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