24.06.2020, 11:49 Uhr

Die Kripo ermittelt 57-Jährigen in Regensburg auf offener Straße niedergeschossen – Verdächtiger schweigt

Der Tatort in der Furtmayrstraße war bis in den Nachmittag abgesperrt.  Foto: Alexander AuerDer Tatort in der Furtmayrstraße war bis in den Nachmittag abgesperrt. Foto: Alexander Auer

Es waren Szenen wie aus einem Krimi, die sich am Donnerstag, 18. Juni, in Regensburg abspielten. Auf offener Straße wurde ein Mann erschossen – die Polizei kann den Täter auf der Flucht stellen. Nur etwas mehr als 48 Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Fall in Ingolstadt − ein 50-Jähriger wurde in einem Internet-Café erschossen.

Regensburg. Gegen 8 Uhr kam es am Donnerstag in Regensburg zu der unheilvollen Schussabgabe. Thomas M. (Name geändert, richtiger Name der Redaktion bekannt) sitzt zu Hause in der Sternbergstraße vor dem Computer, in Corona-Zeiten arbeitet er im Home Office. Er hört zunächst Schussgeräusche, ordnet sie aber nicht echten Schüssen zu – er berichtet, dass er zunächst gedacht habe, die Geräusche seien von der nahegelegenen Baustelle oder auch von der Bahnlinie gekommen. Doch es waren Schüsse – Schüsse, die einen 57-Jährigen auf offener Straße trafen. Die Verletzungen waren tödlich. In der Folge kann der Zeuge beobachten, wie ein Schüler versucht, die Fußgänger zu warnen und Autos und Fahrräder aufzuhalten. Denn: Der mutmaßliche Schütze bewegt zum vom Tatort in der Furtmayrstraße in Richtung Hemauer Straße. Dort gelingt der Polizei die Festnahme – die Schusswaffe lässt der mutmaßliche Täter fallen, er leistet keinen Widerstand. „Bei der sichergestellten Schusswaffe handelt es sich um eine Pistole, deren Herkunft noch geprüft wird. Gleiches gilt für eine etwaige Berechtigung.“

Sowohl bei dem Opfer als auch dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um „ehemalige albanische Staatsangehörige, sie besitzen seit vielen Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit“, teilt die Polizei zu den beteiligten mit. Der mutmaßliche Täter, ein 55-Jähriger schweigt zu der ihm vorgeworfenen Tat, er sitzt in U-Haft – auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Mordes. Thomas M. ist erleichtert, „sie haben ihn Gott sei Dank erwischt, die Polizei hat gute Arbeit geleistet“, wiederholt er. Und: Besonders stolz ist er auf den Jungen, der ruhig geblieben ist und seine Mitmenschen gewarnt hat. „Das war echte Zivilcourage“, sagt Thomas M..

Die Polizei bittet um Hinweise: Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können und sich bislang noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, werden gebeten, sich mit der Kripo in Regensburg unter der Telefonnummer 0941/ 506-2888 in Verbindung zu setzen.

Am Freitag, 19. Juni, 21.15 Uhr, kam es in Ingolstadt zu einem ähnlichen Fall. Hier fielen die Schüsse in einem Internet-Café in der Ettinger Straße. „Die ersteintreffende Streifenbesatzung konnte in unmittelbarer Nähe zum Tatort einen Tatverdächtigen festnehmen. Im Geschäftsraum des Internetcafés befand sich eine offensichtlich lebensbedrohlich verletzte Person. Alle Bemühungen der Einsatzkräfte und des eingetroffenen Notarztes zur Lebensrettung blieben ohne Erfolg“, teilt die Polizei hierzu mit. Offenbar hatte der 37-jähriger Mann aus dem Landkreis Eichstätt eine Waffe gegen sein 50-jähriges Opfer gerichtet und geschossen. „Das Motiv für die Tat ist derzeit unklar, dürfte jedoch ersten Erkenntnissen zufolge im persönlichen Bereich liegen. Nach Einschätzung der Ermittler bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung anderer Lokalgäste oder Passanten“, so die Polizei.

Es sind zwei Fälle, die auch im Internet die Emotionen hochkommen ließen. Immer wieder stellten User die Frage nach der Sicherheit in den bayerischen Städten ...


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