18.06.2020, 16:53 Uhr

Tötungsdelikt in der Furtmayrstraße Augenzeuge der Festnahme lobt mutigen Schüler – und: „Die Polizei hat gute Arbeit geleistet“

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So langsam legt sich die Aufregung bei Thomas M. (Name geändert, richtiger Name der Redaktion bekannt). Er war am Donnerstagmorgen, 18. Juni, Zeuge einer Verhaftung direkt vor seiner Haustür.

Regensburg. Es ist kurz vor 8 Uhr an diesem Donnerstagmorgen. Unabhängig voneinander berichten zwei Zeugen der Redaktion von Schüssen. Ein Mann wurde getötet! Die Polizei sperrt den Bereich um den Tatort in der Furtmayrstraße in Regensburg weiträumig ab, die Kripo und das Landeskriminalamt werden eingebunden, erst gegen Mittag kann der Leichnam des toten 57-Jährigen abtransportiert werden. Während sich die Aufmerksamkeit auf den Tatort richtet, versucht ein Schüler die Passanten in der Sternbergstraße, die von der Furtmayerstraße abzweigt, zu warnen. Denn: Der mutmaßliche Täter bewegt sich in diese Richtung.

Thomas M. sitzt zu Hause vor dem Computer, in Corona-Zeiten arbeitet er im Home Office. Er hört zunächst Schussgeräusche, ordnet sie aber nicht echten Schüssen zu – er berichtet, dass er zunächst gedacht habe, die Geräusche seien von der nahegelegenen Baustelle oder auch von der Bahnlinie gekommen. Doch es waren Schüsse – Schüsse, die einen 57-Jährigen auf offener Straße trafen. Die Verletzungen waren tödlich.

Der mutmaßliche Schütze, laut Polizeiangaben ein 55-jähriger Mann, bewegte sich dann offenbar in Richtung Sternbergstraße, das erkannte auch besagter Schüler und versuchte, die Menschen zu warnen. „Er hat laut geschrien, er wollte die Autos und Fahrräder aufhalten“, erzählt Thomas M.. Er selbst sei dann ans Fenster und habe gefragt, was denn los sei. Er habe seine Hilfe angeboten und sei dann nach draußen gegangen. Ein Mann mit Mütze und Mundschutz sei an ihm vorbeigelaufen – später sollte sich herausstellen, dass es der Verdächtige war. Der Junge erzählte dann, dass ein Mann mit einer Waffe geschossen habe. Wenig später tauchte bereits die Polizei auf, die Beamten riefen etwas – und dann habe der Verdächtige seine Schusswaffe fallen lassen, so Augenzeuge Thomas M.. Der Verdächtige sei ruhig gewesen und habe bei der Festnahme kooperiert. Er selbst habe zum Handy gegriffen und die Szene gefilmt. „Die Polizei hat gute Arbeit geleistet“, sagt er. „Ich bin auch als Zeuge registriert.“ Er könne Bilder und das Video zur Verfügung stellen, man wisse ja, „dass die Polizei bei solchen Einsätzen auch oft um die Zusendung von Fotos und Videos bittet“. Thomas M. ist erleichtert, „sie haben ihn Gott sei Dank erwischt, die Polizei hat gute Arbeit geleistet“, wiederholt er. Und: Besonders stolz ist er auf den Jungen, der ruhig geblieben ist und seine Mitmenschen gewarnt hat. „Das war echte Zivilcourage“, sagt Thomas. M. – und atmet tief durch. Es ist der Tag, an dem ein ruhiger Morgen im Home Office zu einem echten Krimi wurde ...


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