06.02.2020, 15:29 Uhr

Bayern-Ei-Prozess Woher kamen welche Eier?

Am Dienstag, 4. Februar, sagten im Fall „Bayern-Ei“ erneut Abnehmer vor Gericht aus.  Foto: 123rf.comAm Dienstag, 4. Februar, sagten im Fall „Bayern-Ei“ erneut Abnehmer vor Gericht aus. Foto: 123rf.com

Am Dienstag, 4. Februar, wurde der Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Firma „Bayern-Ei“ am Landgericht Regensburg fortgesetzt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Jahr 2014 von Salmonellen in seinen Farmen gewusst, aber Eier trotzdem weiter verkauft zu haben. Zahlreiche Menschen sind in der Folge erkrankt, ein Senior in Österreich soll daran gestorben sein.

REGENSBURG. Am Dienstag sagte erneut ein Ermittlungsbeamter als Zeuge aus. Er berichtete von einem weiteren Fall aus Österreich, bei dem ein Ehepaar, das im Jahr 2014 Essen auf Rädern bezogen hatte, erkrankt sei. Das Ehepaar konnte nicht mehr selbst aussagen, da die Frau mittlerweile verstorben ist und der Mann an Demenz leidet. Der Beamte wurde außerdem zu einer Frau befragt, die privat Hühner gehalten und Eier verkauft haben soll. Ihre Hühner habe sie unter anderem mit Eierschalen eines Hotels gefüttert, wie sich aus den Ermittlungen ergeben hat. Die Hühner seien dann an Salmonellen erkrankt und geschlachtet worden.

Weiter ging es mit der Befragung von Abnehmern und Zwischenhändlern. Es war zum Beispiel ein Bäcker geladen, der Aussagen zu Eierlieferanten machte. Als weiterer Zeuge war extra aus Tschechien ein leitender Mitarbeiter einer Supermarktkette angereist. Er gab an, keine unmittelbaren Vertragsbeziehungen oder Kontakte zur Firma „Bayern-Ei“ gehabt zu haben, da alle Eier von einer tschechischen Firma bezogen worden seien. Er erklärte außerdem, dass in Tschechien alle importierten Eier bei den dortigen Behörden gemeldet werden müssen. Die Behörden seien für die Kontrolle und die Proben zuständig. Wenn Salmonellen festgestellt werden würden, so versicherte er, würden sämtliche Anlieferungen gestoppt und Tests durchgeführt werden. Seien sowohl die eigenen Tests als auch die der Behörden negativ, dann würde man nichts unternehmen. Der Prozess „Bayern-Ei“ wird planmäßig am Freitag, 7. Februar, fortgesetzt. Ende März könnte dann das Urteil fallen – sofern die akribische Ermittlungsarbeit bis dahin ein Ende findet.

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