08.01.2020, 09:41 Uhr

Prozessauftakt Ganze Latte von Straftaten innerhalb von nur drei Monaten – 23-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Am Donnerstag, 9. Januar 2020, beginnt am Amtsgericht Regensburg der Prozess gegen einen 1996 geborenen jungen Mann, der unter anderem wegen versuchter Körperverletzung, Sachbeschädigung, eines Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung angeklagt wurde. Nach Polizeiangaben zu den einzelnen angeklagten Taten handelte es sich bei dem Angeklagten um einen Syrer, der zur Tatzeit 22 Jahre alt war.

REGENSBURG Der junge Mann soll zunächst am 27. April 2019 in Hemau eine Gruppe Jugendlicher in einem Park angegriffen haben. Dabei soll er scheinbar grundlos versucht haben, einem 17-Jährigen eine Ohrfeige zu geben sowie einen 15-Jährigen mit einer zerbrochenen Bierflasche zu verletzen und die Flasche nach diesem zu werfen. Als die Gruppe aus dem Park in Richtung einer Bushaltestelle bei einer Schule weiterging, soll der Angeklagte dort plötzlich mit einem Stein in der Hand aufgetaucht sein. Als die Gruppe schließlich flüchtete, soll er den Roller eines der Geschädigten beschädigt haben, indem er die Außenspiegel und Bremshebel durch Fußtritte zerstörte.

Am 20. Juni 2019 soll es erneut zu einem Vorfall in Hemau gekommen sein. Der Angeklagte soll trotz eines Hausverbots auf einem Sportplatz Fußballspieler angepöbelt haben, woraufhin die Polizei gerufen wurde. Diese erteilten dem jungen Mann einen Platzverweis, dem der Angeklagte allerdings nicht folgte. So wurde eine zweite Streife gerufen und der Mann zu Boden gebracht. Der Angeklagte soll sich dagegen mit Tritten und verbal gewehrt haben, und indem er spuckte, so die Anklageschrift. In der Haftzelle, in die er schließlich gebracht werden konnte, soll der junge Mann randaliert und die Toilettenspülung herausgebrochen haben, ein nicht unerheblicher Sachschaden entstand. Außerdem verletzte er sich selbst, als er mit Kopf und Füßen gegen die Gitterstäbe schlug, so die Schilderungen der Anklageschrift. Im Anschluss soll er sich ein Stück Plastik an die Halsschlagader gehalten haben. Deshalb wurde er ins Bezirksklinikum gebracht, wobei er sich auch dagegen aggressiv gewehrt, um sich getreten, gespuckt und um sich geschlagen haben soll.

Am 21. Juni 2019 wurde bei der Polizei gemeldet, dass Kinder einen Mann beobachtet hatten, der in Regensburg vermummt und bewaffnet über den Zaun einer Asylbewerberunterkunft stieg. Dabei soll es sich ebenfalls um den jungen Angeklagten gehandelt haben. Am 25. Juni 2019 stieg er laut Anklageschrift erneut über den Zaun der Unterkunft.

Am 14. Juli 2019 wurde der Mann erneut auffällig. Er soll in Regensburg alkoholisiert einen Geschädigten angerempelt und provoziert haben. Hierbei soll er mit einer Whiskyflasche gedroht und den Geschädigten schließlich mit einem Kopfstoß verletzt haben. Einem anderen Geschädigten schlug er die Flasche auf den Kopf, als dieser eingreifen wollte, so die Anklage. Der Mann flüchtete zunächst, drehte sich dann aber doch um. Er soll dabei ein Cuttermesser in der Hand gehalten haben, mit dem er die Geschädigten fast verletzte, als er die Klinge in deren Richtung stieß. Anschließend soll er die Whiskyflasche in Richtung der beiden Geschädigten geworfen haben und geflüchtet sein.

Am Tag darauf, am 15. Juli 2019, wurde schließlich ein Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen und dieser in die JVA eingeliefert. Dort soll er die Vollzugsbediensteten beleidigt haben. Im Haftraum verletzte er dann offenbar einen Bediensteten mit der Faust im Gesicht und beleidigte mehrere Beamte, so die Anklageschrift.

Der Prozess beginnt am Donnerstag, 9. Januar, vor dem Amtsgericht Regensburg, ein weiterer Verhandlungstag ist für 14. Januar angesetzt.


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