20.12.2019, 15:02 Uhr

Elf hochmodernen Kameras Die Regensburger Polizei erweitert und modernisiert ihre Videoanlagen im Umfeld des Hauptbahnhofes

Hinweis auf die Videoüberwachung am Hauptbahnhof in Regensburg. (Foto: ce)Hinweis auf die Videoüberwachung am Hauptbahnhof in Regensburg. (Foto: ce)

Seit Jahren nutzt die Polizei im Umfeld des Regensburger Hauptbahnhofs Videoanlagen, um den stark frequentierten Bereich im Blick zu haben, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufzuklären und bestenfalls zu verhindern. Nun sollen die Kameras auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

REGENSBURG Was zunächst mit einer Kamera begann, wurde in den letzten Jahren, in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg als kommunale Sicherheitsbehörde, kontinuierlich ausgebaut, verbessert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. „Wir bauen die Videotechnik nur dort aus, wo es für mehr Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger erforderlich, hilfreich und sinnvoll ist“, so Polizeipräsident Norbert Zink.

Rund 612 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in 2019

Wie an Knotenpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs üblich, trifft hier eine Vielzahl von Menschen aufeinander. So auch rund um den Regensburger Hauptbahnhof mit dem vorgelagerten Busbahnhof in der Albertstraße. Verglichen mit anderen Bereichen im Stadtgebiet ergibt sich schon wegen der enormen Personenfrequenz, eine höhere festzustellende Anzahl von Verstößen gegen geltende Rechtsnormen. Rund 612 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten hat die Polizei in diesem Jahr bislang (Stand: 30. November 2019) in dem videobetreuten Bereich registriert. Dabei sind hauptsächlich Straftaten aus dem Phänomenbereich der Straßenkriminalität, wie zum Beispiel Betäubungsmittel- und Körperverletzungsdelikte erfasst worden.

Obwohl die Sicherheitslage, wie statistisch belegbar, auf einem sehr guten Stand ist, bleibt die „gefühlte Sicherheit“ bei einem Teil der Bürgerinnen und Bürgern oft verhalten. Auch deshalb soll die Ertüchtigung der Technik neben Maßnahmen, wie beispielsweise einer erhöhten Präsenz von Polizeibeamten und Angehörigen der Sicherheitswacht vor Ort, auch das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern.

Aufklärung einer Gewalttat

Wie erfolgreich die Videografie an solch belebten Orten sein kann, zeigt beispielhaft die Aufklärung einer Gewalttat im November dieses Jahres. Ein 18-Jähriger wurde Opfer einer gefährlichen Körperverletzung im Bahnhofsumfeld. Der zunächst unbekannte, gleichaltrige Aggressor ging in den Mittagsstunden nach einer Streitigkeit auf den jungen Mann los und attackierte ihn durch Schläge und Tritte bis zur Bewusstlosigkeit. Der Täter entfernte sich zunächst unerkannt. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen ist der Angreifer, nicht zuletzt durch die Sichtung von vorhandenem Videomaterial, identifiziert und schließlich wenige Stunden später festgenommen worden. Etwaige weitere Gewalttaten konnten durch den Gewahrsam des jungen Mannes unterbunden werden.

Die Verhütung von Straftaten ist neben der Identifizierung von Straftätern eine der wichtigsten Aufgaben der Polizei. Dass ein Täter im Rahmen eines Strafverfahrens seiner gerechten Strafe zugeführt wird, ist wichtig, aber auch die Forderungen von Opfern und Geschädigten können so adressiert werden.

Schutz der Privatsphäre von Passanten

Ein Hauptaugenmerk der Verantwortlichen liegt bei dem Betrieb der Videoanlagen auf dem Schutz der Privatsphäre von Passanten. In der Regel werden nur Übersichtsaufnahmen gesichtet und erst bei konkretem Anlass die Detailansichten aufgerufen. Auch die Speicherung erfolgt streng nach den Datenschutzrichtlinien und wird fortlaufend gelöscht. Verschiedene Sicherheitseinrichtungen, wie unterschiedliche und streng angelegte Berechtigungen der Systembediener, stellen eine rechtskonforme Nutzung der Bildgebung sicher.

Technik wird auf einen zeitgemäßen Stand gebracht

Die vorhandenen Geräte und die angeschlossene Technik werden nun auf einen zeitgemäßen Stand gebracht und getestet, ohne den bereits tangierten Bereich auszuweiten. Mit nun elf hochmodernen Kameras beabsichtigt die Polizei, keine Chance zur Aufklärung und Verhinderung von Straftaten – insbesondere von Gewaltdelikten – ungenutzt verstreichen zu lassen und im günstigsten Fall zu verhindern. Dabei werden die Bürgerinnen und Bürger mit der angebrachten Beschilderung auf diesen Umstand hingewiesen.

Der Probebetrieb der neu installierten Anlage beginnt am 20. Dezember 2019 und richtet sich wie der Echtbetrieb an die strengen Vorschriften des Polizeiaufgabengesetzes. Etwa Mitte Januar wird schließlich der reguläre Betrieb starten.


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