16.12.2019, 16:26 Uhr

Prozess in Regensburg Mutmaßliche Vergewaltigung in Nittendorf – Polizeibeamter schildert vor Gericht seine Eindrücke vom 11. Mai

Der Angeklagte mit seinen Verteidigern Julian Wunderlich und Hubertus Werner. (Foto: Ursula Hildebrand)Der Angeklagte mit seinen Verteidigern Julian Wunderlich und Hubertus Werner. (Foto: Ursula Hildebrand)

Im Prozess gegen einen 21-Jährigen, der im Verdacht steht, seine Ex-Freundin in deren Wohnung in Nittendorf vergewaltigt zu haben, hat am Montag, 16. Dezember, der Polizeibeamte der Polizeiinspektion Nittendorf ausgesagt, der am Tattag, dem 11. Mai dieses Jahres, als erster Kontakt zu der 22-jährigen Frau und in der Folge zu dem mutmaßlichen Täter hatte.

REGENSBURG Der Beamte sagte aus, ihm sei der Notruf der Einsatzzentrale übermittelt worden. Demnach habe sich in einer Metzgerei eine aufgelöste Frau aufgehalten, die bedroht worden sei. Die Frau sei dann von Zeugen zur Dienststelle in der Bernsteinstraße gebracht worden. Sie habe aufgelöst auf ihn gewirkt. Sie habe dann zunächst erzählt, dass sie bedroht worden sei, im weiteren Verlauf des Gespräches habe sie dann auch erzählt, dass ihr Ex-Partner sie nicht nur mit einem Messer bedroht, sondern auch zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe.

Nach etwa 30 Minuten sei dann der mutmaßliche Täter mit zwei Zeugen zur Dienstelle der Polizei gekommen, freiwillig, wie der Beamte vor Gericht betonte. Er habe sich dann auch widerstandslos festnehmen lassen. „Sperrt mich in die Zelle“, soll er gesagt haben. Die Geschädigte sei dann „regelrecht in Panik verfallen“, als sie ihren Ex-Partner vor der Wache gesehen hat, „sie hatte Angst vor ihm“; so der Polizeibeamte. Bei der Durchsuchung des mutmaßlichen Täters seien dann die Autoschlüssel sowie die Wohnungsschlüssel der Geschädigten sichergestellt worden. Das Messer, mit dem er sie bedroht haben soll, sowie ihr Handy seien aber nicht aufgefunden worden. In der Folge wurde der Mann in eine der Zellen der PI Nittendorf im Keller gebracht, nach etwa einer Stunde sei er „regelrecht ausgeflippt“ und habe seinen Kopf gegen die Gitterstäbe geschlagen. Selbst gesehen habe er das nicht, die Geräusche habe er aber wahrgenommen, so der Beamte vor Gericht. Um ihn vor sich selbst zu schützen, habe man dann die Einweisung in ein Krankenhaus veranlasst.

Der Angeklagte ist kein Unbekannter für den Nittendorfer Polizeibeamten. Wenige Tage vor dem 11. Mai sei er schon einmal in der Wohnung der nun Geschädigten gewesen. Diese habe die Polizei gerufen, man habe dann einen Platzverweis ausgesprochen, dem der jetzt Angeklagte nachkam. Der Zeuge bestätigte, damals selbst beim Einsatz dabei gewesen zu sein.

Der Prozess wird am Dienstag, 7. Januar 2020, fortgesetzt.


0 Kommentare