22.08.2019, 10:12 Uhr

Streit ums Geld Angriff mit dem Sushimesser – Tat wurde wohl aufgezeichnet

Der Angeklagte mit einem Dolmeter und seinem Anwalt Michael Haizmann am Montag, 5. August, beim Prozessauftakt. (Foto: Ursula Hildebrand)Der Angeklagte mit einem Dolmeter und seinem Anwalt Michael Haizmann am Montag, 5. August, beim Prozessauftakt. (Foto: Ursula Hildebrand)

Man muss seine Geduld bewundern – doch nach fast zweieinhalb Stunden Aussage schlug dann auch Richter Dr. Michael Hammer die Hände über dem Kopf zusammen. Am Montag, 19. August, versuchte er, mehr Licht in einen Angriff mit einem Sushimesser zu bringen, der sich am 6. Januar dieses Jahres in einem Lokal in der Regensburger Innenstadt ereignet hatte. Am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte, ein 57-jähriger Vietnamese, ausgesagt, am Montag folgte nun das Opfer der Attacke, ein 54-Jähriger, ebenfalls aus Vietnam.

REGENSBURG Die Aussagen des Opfers beschränkten sich nicht nur auf den Tattag – immer wieder kramte er ältere Begebenheiten hervor. Die zeitliche Einordnung war manchmal etwas schwierig. Bei der Versammlung der Gesellschafter des Lokals am 6. Januar habe er dem Sohn des heute Angeklagten erklärt, dass er und sein Vater keine Freunde mehr seien. Vorausgegangen war ein Streit ums Geld und die Frage, wie es mit dem Lokal weitergehen soll. Der Angeklagte sei dann aufgestanden, habe mit den Worten „ich werde dich heute umbringen“ gedroht und sei in die Küche gegangen. Wieder zurück sei er mit dem Sushimesser auf sein Opfer zugegangen und habe ihm in den Hals geschnitten. Eine Aufforderung, das Lokal zu verlassen, so wie der Angeklagte es bei seiner Einlassung geschildert hatte, habe es nicht gegeben.

Überhaupt: Es scheint nicht so einfach zu sein, sich an den Tattag zu erinnern. Bei einer polizeilichen Vernehmung hatte das Opfer ausgesagt, nur den Griff des Messers, nicht aber die Klinge gesehen zu haben, bei einer weiteren Vernehmung schilderte er, nur die Klinge, nicht aber den Griff gesehen zu haben. Vor Gericht war es letztlich die Klinge, an die er sich noch erinnerte. Endgültig undurchsichtig wurde es dann bei der Frage nach einer Tonaufzeichnung des Geschehens vom 6. Januar, das Gericht nämlich habe eine solche Aufzeichnung nicht vorliegen. Anwalt Michael Haizmann gab dann an, dass es eine Aufnahme gebe, diese aber gerade erst übersetzt werde. „Ich will wissen, was gesprochen wurde, bevor ich die aus der Hand gebe“, so Haizmann.

Der Prozess wird am 9. September fortgesetzt, danach sind noch zweit weitere Verhandlungstage angesetzt.


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