14.08.2019, 07:23 Uhr

Gewalt gegen Polizeibeamte Body-Cams sollen in der Oberpfalz für noch mehr Sicherheit sorgen


Nun sind sie auch in der Oberpfalz angekommen – nach einem Pilotversuch in ausgewählten Dienststellen in Augsburg, München und Rosenheim können nun auch Oberpfälzer Polizisten die Body-Cam im Einsatz tragen. Am Dienstag, 13. August, hat das Präsidium in Regensburg das neue Einsatzmittel vorgestellt.

REGENSBURG/OBERPFALZ Im Jahr 2018 war es in der Oberpfalz zu 647 Fällen der Gewalt gegen Polizeibeamte gekommen, im Vorjahr waren es 607. Bayernweit war ein Anstieg von 4,8 Prozent auf 7.689 Fälle zu verzeichnen, in der Oberpfalz betrug der Anstieg gar 6,6 Prozent. Diese Zahlen bereiten ihm Sorgen, so der Polizeipräsident der Oberpfalz, Norbert Zink. Er selbst habe in seiner Tätigkeit als Vize-Präsident in Augsburg den Pilotversuch begleitet. Die positiven Erfahrungen wünsche er sich nun auch für die Oberpfalz. „Ziel ist es, die Kolleginnen und Kollegen zu schützen“, so Zink. Man wolle deeskalierend auf Aggressoren einwirken.

Insgesamt werden alle 39 uniformierten Dienstellen in der Oberpfalz mit den Body-Cams versorgt – 111 Stück sind beschafft worden. 22 dieser 39 Dienstellen haben die Technik bereits einsatzbereit vor Ort. Nicht ausgestattet werden zivile Dienststellen, denn die Body-Cam darf nur im Zusammenhang mit einer Uniform zum Einsatz kommen. Und: Die Nutzung ist freiwillig, jede Beamtin und jeder Beamte entscheidet selbst, ob er die Kamera zu einem Einsatz tragen möchte.

Sonja Meindl von der Polizeiinspektion Furth im Wald schilderte, wie die Kamera eingesetzt wird. Zunächst könne man sie in den Pre-Recording-Modus schalten, hier nimmt die Kamera 30 Sekunden lang auf, speichert aber noch nicht, alle 30 Sekunden wird in Dauerschleife neu aufgenommen. Erst wenn die Aufnahme selbst gestartet wird, speichert die Kamera auch diese 30 Sekunden. Vor der Aktivierung der Kamera wird der Angreifer verbal gewarnt, dass nun die Kamera eingeschaltet wird. Dass die Kamera aktiv ist, ist auch an einem akustischen Signal sowie am Blinken der Kamera zu erkennen. Im Pre-Recording-Modus blinkt sie Grün, im Aufnahme-Modus Rot. Zurück in der Dienstelle wird das Material auf einen Server gespielt. Dies ist dann Aufgabe eines Führungsbeamten, jeder Arbeitsschritt wird genau dokumentiert. Wird das Material für die Ermittlungen benötigt, wird es auf CD gebrannt, ansonsten wird es nach 21 Tagen automatisch wieder vom Server gelöscht. Eine frühere manuelle Löschung ist nicht möglich.

Beim Volksfest in Neumarkt waren die Kameras kürzlich im Einsatz, sie mussten aber nicht aktiviert werden, es wurden also keine Aufnahmen gefertigt. Zink betonte, dass es positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben habe, viele Menschen hatten wissen wollen, was es mit den Kameras auf sich hat. In Weiden habe es am vergangenen Wochenende eine Einsatzsituation gegeben, den die Beamten „als aufzeichnungsrelevant beurteilt haben“, so Zink. Das gefertigte Material geht womöglich ins Verfahren mit ein.

In Regensburg werden die neuen Kameras nun auch beim Streifendienst sowie auf der anstehenden Herbstdult oder auch bei Jahn-Spielen eingesetzt.


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