27.06.2019, 20:30 Uhr

Auch Beauftragte verschiedener Schulen 31. Ostbayerische Verkehrssicherheitsaktion – Verantwortliche trafen sich beim Polizeipräsidium Oberpfalz

(Foto: Winterberg)(Foto: Winterberg)

Die Polizeipräsidien Niederbayern und Oberpfalz luden am Donnerstag, 27. Juni, zur 31. Arbeitstagung der Verantwortlichen der Ostbayerischen Verkehrssicherheitsaktion (OVSA) nach Regensburg ein.

REGENSBURG Neben den Angehörigen des Arbeitskreises, bestehend aus Vertretern des TÜV Süd, dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr Süd, den Verkehrswachten Niederbayern und Oberpfalz sowie Vertretern der Polizeipräsidien Niederbayern und Oberpfalz, nahmen auch in diesem Jahr wieder Beauftragte verschiedener Schulen aus Niederbayern und der Oberpfalz teil.

Erstmals in seiner neuen Funktion als zuständiger Sachgebietsleiter für Ordnungs- und Schutzaufgaben sowie Verkehr beim Polizeipräsidium Oberpfalz stellte sich Leitender Polizeidirektor Hausmann den Teilnehmern vor und rückte gerade die Zielgruppe der Verkehrssicherheitsaktion, die sogenannten „jungen Erwachsenen“ im Alter von 18 bis 24 Jahren, in den Fokus der Veranstaltung.

Obwohl die Anzahl der Verkehrsunfälle in Ostbayern mit 78.946 erneut einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete, sind wie bereits im Jahr 2016 143 getötete Verkehrsteilnehmer zu beklagen. Dies entspricht zwar dem niedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich dennoch starben im Jahr 2018 in Ostbayern statistisch betrachtet wöchentlich zwei bis drei Personen nach einem Verkehrsunfall!“, merkte Herr Hausmann kritisch an. Im Bereich der „Jungen Erwachsenen“ verloren im Jahr 2018 insgesamt 16 Verkehrsteilnehmer ihr Leben nach einem Verkehrsunfall im öffentlichen Straßenverkehr. Zusammen mit dem Jahr 2016 ist auch hier der niedrigste Wert im Vergleich der letzten zehn Jahre zu verzeichnen. Trotz dieses guten Wertes stimmten die Teilnehmer überein, dass man weiterhin konsequent sowohl durch vorbeugende Maßnahmen als auch durch eine zielgerichtete Straf- und Ordnungswidrigkeiten- Verfolgung gemeinsam für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit sorgen muss.

Erfreulich ist, dass im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2018 sowohl die Verkehrsunfälle mit Beteiligung von „Jungen Erwachsenen“ mit der Ursache Alkoholeinfluss (211/173) sowie der Ursache Drogen- oder Medikamenteneinfluss (32/27) und der Ursache überhöhte Geschwindigkeit (689/673) rückläufig waren.

Die Teilnehmer der Ostbayerischen Verkehrssicherheitsaktion haben im Jahr 2018 insgesamt 736 Fachvorträge, insbesondere in den oberen Jahrgangsstufen an Schulen gehalten. Durch die speziell auf diese Altersgruppe abgestimmten und anschaulichen Referate konnten, eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern der jüngeren Gruppe für die Gefahren des Straßenverkehrs, insbesondere im Zusammenhang mit Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit, sensibilisiert werden.

Neben statistischen Betrachtungen waren auch erstmals elektrisch angetriebene Zweiräder im Fokus der Teilnehmer. Polizeiobermeister Marc Sennebogen von der Polizeiinspektion Regensburg Nord informierte die Zuhörer über Manipulationen an Pedelecs und deren Gefahren und Folgen. Ein kurzweiliger Vortrag, der mit einem Schauobjekt auch praktisch dargestellt wurde.

Polizeioberrat Bernhard Huber und Polizeihauptkommissar Robert Kaiser vom Polizeipräsidium Oberpfalz präsentierten schließlich den interaktiven Fahrradsimulator, der künftig bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen in der Öffentlichkeit bereitgestellt wird. Hier können sowohl Kinder, Erwachsene als auch Senioren ihre Reaktion in gefahrenträchtigen Verkehrssituationen testen. Dabei können verschiedene Gefahrensituationen simuliert werden. Auch Themen wie z. B. Ablenkung im Straßenverkehr, verkehrssichere Ausrüstung, etc. können dabei zwischen Bürger und Polizei fachgerecht diskutiert werden, um vermeidbaren Verkehrsunfällen mit dem Fahrrad vorzubeugen.

Rege wurde über die ab 15.06.2019 in Kraft getretene Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFZ) diskutiert. Polizeioberrat Huber wies darauf hin, dass vor Inbetriebnahme eines „E-Scooters“ im öffentlichen Straßenverkehr zwingend eine Allgemeine Betriebserlaubnis für diesen Typ bzw. für das Fahrzeug eine Einzelbetriebserlaubnis erteilt worden sein muss. Zudem muss es neben der vorgeschriebenen Ausrüstung mit einer Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge ausgestattet sein. „Es besteht derzeit die Gefahr, dass viele Fahrzeugbenutzer ein E-Fahrzeug erwerben, welches diese Anforderungen nicht erfüllt. „In diversen Werbebroschüren wird nur sehr klein gedruckt beschrieben, dass diese Fahrzeuge für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen sind“, so Huber weiter.

Die Mitglieder des Arbeitskreises sind sich abschließend darüber einig, dass jeder Geschädigte eines Verkehrsunfalles, ob Verletzter, Schwerverletzter oder Getöteter, einer zu viel ist. Es gilt weiterhin an einem Strang zu ziehen und in den Bemühungen für die Verkehrssicherheitsarbeit nicht nach zu lassen.


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