21.03.2019, 14:49 Uhr

Sicherheitsbericht 2018 Regensburg ist so sicher wie seit fünf Jahren nicht mehr

(Foto: Reitmeier)(Foto: Reitmeier)

Im Bereich der Gesamtstraftaten ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht kann ein Rückgang von minus 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vermeldet werden. Mit 12.718 Straftaten wurde die niedrigste Kriminalitätsbelastung der vergangenen fünf Jahre registriert. Wie in den Jahren 2016 und 2017 konnte erneut die Marke von 13.000 Straftaten unterschritten werden.

REGENSBURG Die Häufigkeitszahl der Stadt Regensburg ging mit 8.428 für das Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um minus 2,2 Prozent zurück. Der Begriff der Häufigkeitszahl umfasst alle polizeilich bekannt gewordenen Straftaten auf 100.000 Einwohner berechnet. Als Einwohner zählen hier nur mit Erstwohnsitz gemeldete Personen. 2017 lag die Häufigkeitszahl bei 8.617. Mit 62,8 Prozent geklärten Straftaten ohne Aufenthaltsrecht gelang 2018 die höchste Aufklärungsquote im Fünfjahresvergleich.

Die Diebstahlskriminalität nahm 2018 einen Anteil von 40,6 Prozent an den Gesamtstraftaten ohne Aufenthaltsrecht ein. Sie entwickelte sich jedoch mit einem Rückgang von minus 3,3 Prozent auf 5.158 Straftaten positiv. Im Jahr 2017 lag die Anzahl der Delikte bei 5.334. Im Fünfjahresvergleich gelang es erneut, die Diebstahlsbelastung deutlich unter die Marke von 6.000 Fällen zu senken. Etwa 18,3 Prozent oder 942 der Diebstahldelikte ereigneten sich im Bereich der Innenstadt. Während die Diebstähle in besonders schwerem Fall seit dem Jahr 2016 kontinuierlich zurückgingen, stiegen die einfachen Diebstähle in diesem Zeitraum an.

Im Deliktsfeld Fahrraddiebstahl musste mit 1.179 registrierten Fällen ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr um plus 30 Prozent oder plus 186 Delikte festgestellt werden. Etwa jedes zweite in der Oberpfalz entwendete Fahrrad kommt in Regensburg abhanden. Die Bekämpfung des Fahrraddiebstahls im Stadtgebiet hat nach wie vor Priorität bei der Regensburger Polizei.

Diebstahl an/aus Kfz:

Im Jahr 2018 wurden 238 Fälle zur Anzeige gebracht, im Vorjahr ereigneten sich 237 Fälle mehr in diesem Deliktsfeld. Etwa ein Viertel der Diebstähle an/aus Pkw im Bereich der Oberpfalz wurden im Stadtgebiet Regensburg verübt. Für die Täter wurde hier bei Betrachtung der Einzelfälle häufig ein Anreiz durch zurückgelassene Gegenstände in den Fahrzeugen geschaffen.

Daher ergeht der dringende Appell, Wertgegenstände bei Verlassen des Fahrzeugs nicht sichtbar zurück zu lassen, denn „Gelegenheit macht Diebe“!

Wohnungseinbruchdiebstahl:

Im Bereich der Wohnungseinbrüche zeigte sich 2018 mit 63 Fällen in der polizeilichen Kriminalstatistik ein Rückgang zum Vorjahr um minus 40,6 Prozent und der niedrigste Wert im Fünfjahresvergleich. Die Tatsache, dass über die Hälfte der Taten im Versuchsstadium stecken bleiben, lässt darauf schließen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Häuser und Wohnungen sicherheitstechnisch besser ausrüsten, so dass ein Eindringen nicht mehr so leicht möglich ist. Zur Vorbeugung von Wohnungseinbrüchen durch bauliche Sicherungsmaßnahmen stehen die kriminalpolizeilichen Fachberater zur Verfügung. Des Weiteren setzt die Regensburger Polizei auf die Mithilfe aus der Bevölkerung und bittet darum, verdächtige Wahrnehmungen zu Personen oder Fahrzeugen, zeitnah mitzuteilen.

Betäubungsmittelkriminalität:

Die Deliktszahlen stiegen in diesem Bereich um plus 43,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1.241 Fälle an. Die Zahlen sprechen zum einen für eine hohe Kontrolldichte und zum anderen für eine entsprechende Verfügbarkeit illegaler Drogen. Mit 16 Drogentoten im Jahr 2018 im Stadtgebiet Regensburg stieg die Anzahl um vier Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität mit ihren Auswirkungen auf die Gesamtkriminalität wird in 2019 wiederum einen Schwerpunkt der Regensburger Polizeiarbeit darstellen.

Neben der Repression ist die Polizei auch präventiv, zum Beispiel an Schulen, tätig, um frühzeitig jungen Menschen die Folgen von Suchterkrankungen näher zu bringen.

Gewaltkriminalität:

Für die Gewaltkriminalität musste im Jahr 2018 mit 465 Fällen eine Steigerung von plus 13,4 Prozent im Vergleich zu 2017 mit 410 Delikten registriert werden. Bei 77,8 Prozent der 465 Fälle handelte es sich um gefährliche Körperverletzungen. Unter diesen Deliktsbereich fallen aber auch Tötungs- und Raubdelikte sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Circa 30 Prozent aller Körperverletzungsdelikte wurden in der Innenstadt begangen. Allerdings sind die Fallzahlen hier nach wie vor deutlich unter den Werten der Jahre 2014 bis 2016. Alkohol spielte hier oftmals eine nicht unerhebliche Rolle.

Straßenkriminalität:

Die Straßenkriminalität umfasst Raub- und Sexualdelikte, gefährliche und schwere Körperverletzungen, Diebstähle und Sachbeschädigungen, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen werden. Die zugeordneten Taten beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in besonders hohem Maße. 2016 konnte mit 2.830 Fällen erstmals im Fünfjahresvergleich die Marke von 3.000 Delikten unterschritten werden. Im Jahr 2018 konnte dies ebenfalls erreicht werden, auch wenn ein leichter Anstieg von plus 0,3 Prozent oder plus neun Fälle zu verzeichnen war.

Auch im Innenstadtgebiet stiegen mit 575 Delikten die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht um plus 2,1 Prozent oder plus zwölf Fälle an.

Resümee:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Entwicklung in vielen Deliktsbereichen positiv darstellt. Die Zahl der Gesamtstraftaten im Stadtgebiet ist mit 12.718 auf den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre gesunken. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote mit 62,8 Prozent auf den höchsten Wert im Betrachtungszeitraum. In Regensburg kann man aus Sicht der Polizei gut und sicher leben.


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