30.01.2019, 16:37 Uhr

Auch in anderen Stadtteilen Ansprachen Schüler in Kumpfmühl missbraucht – Polizei richtet Ermittlergruppe ein

Kumpfmühl beim Einbruch der Dunkelheit. Foto: ce (Foto: ce)Kumpfmühl beim Einbruch der Dunkelheit. Foto: ce (Foto: ce)

Geht in Regensburg ein Serientäter um, der Schüler missbraucht? Drei Fälle verzeichnete die Polizei in kürzester Zeit, einer mündete in einem sexuellen Übergriff auf ein Kind. Doch auch ein Fall vom letzten Jahr könnte von dem Mann begangen worden sein. Jetzt hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingeleitet.

REGENSBURG Die Regensburger Kriminalpolizei hat eine Ermittlungsgruppe „Kumpfmühl“ gegründet. Wie Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz bestätigte, sind verschiedene Polizeikräfte in unterschiedlicher Stärke in der Gruppe zusammengezogen. Angesiedelt ist sie in der Abteilung bei der Kripo, die sich um Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung kümmert.

Hintergrund sind unterschiedliche Taten, die letzte Woche im sexuellen Missbrauch eines Schülers müdeten. Ob weitere Straftaten in dem Zusammenhang in Frage kommen, wird derzeit ebenso geprüft. Wie bereits online berichtet, kam es in der Boelkestraße in Regensburg zu einem schwerwiegenden Übergriff. Ein bislang unbekannter Mann sprach ein Kind in der Theodor-Storm-Straße an, ging mit diesem an der Hand ein Stück weit durch Kumpfmühl spazieren. In der Boelkestraße nahm der Mann schließlich im Treppenabgang zu einer Tiefgarage sexuelle Handlungen an dem Kind vor. „Wir wollen im Hinblick auf eine spätere Vernehmung, wenn der Täter gefasst ist, keine weiteren Details bekannt geben“, sagte Brück auf Anfrage. Zudem geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem Täter um den gleichen Mann handelt, der bereits am 10. Januar zwei Schüler angesprochen hatte. Bereits damals hatte sich ein Mann in Kumpfmühl Kindern genähert, es kam aber nicht zu einem Missbrauch, offenbar weil sich Passanten näherten.

Ungeklärt ist auch noch ein Fall, bei dem sich ebenfalls ein Mann mittleren Alters einem Schüler nicht nur näherte, sondern mit ihm ein Stück des Weges spazieren ging.

Ein zehnjähriger Junge wurde am 5. Februar 2018 mitten in der Regensburger Innenstadt von einem Mann angesprochen. Es war 17 Uhr, also noch hell an diesem Tag. Der Mann überredete den Jungen, in den nahegelegenen Stadtpark mitzukommen. Auf der Bank im Parkweiher vollzog der unbekannte Mann sexuelle Handlungen an dem Jungen. „Auch dieser Fall liegt, zusammen mit dem sexuellen Missbrauch und den beiden anderen in Kumpfmühl festgestellten Fällen, auf dem Schreibtisch der Ermittlungsgruppe“, sagte Brück.

Beschrieben wird der Täter von Kumpfmühl wie folgt: Mittleres Alter, 1,70 bis 1,80 Meter groß, normale Statur, bekleidet mit einer zu groß wirkenden, herunterhängenden blauen Jeans, einer hüftlangen, grünen oder grauen Winterjacke mit Kapuze. Zudem trug der Mann ein dunkles Baseball-Cap und hatte auf dem Rücken einen ebenfalls grünen oder grauen Rucksack bei sich.

Ob es sich um einen Triebtäter handelt, der trotz der Berichterstattung in den letzten Wochen seinen Trieb nicht unterdrücken kann und seine Taten steigert, wollte Brück nicht kommentieren.

Die Bevölkerung ist derweil jedenfalls sehr wachsam. So berichteten mehrere Eltern, dass ihre Kinder angesprochen wurden. Beispielsweise im Stadtteil Schwabelweis sei ein Mädchen von einer Frau aus einem 1er-BMW heraus angesprochen worden. Polizeisprecher Brück sagt, man prüfe auch solche Fälle, könne aber nicht ausschließen, dass die hohe Aufmerksamkeit der Eltern auch Auswirkungen auf die Kinder habe. Nicht immer stünden sexuelle Absichten im Raum, so der Sprecher.


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