21.01.2019, 15:37 Uhr

Landgericht Regensburg Zwei Geldautomaten in die Luft gejagt – Trio erbeutet 196.000 Euro

(Foto: vb)(Foto: vb)

Ein Trio soll am 1. Juli 2016 zwei Geldautomaten der Sparkasse in Pentling in die Luft gejagt haben. Nachdem einer der drei Männer bereits kurz nach der Tat geschnappt werden konnte und im März 2017 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, konnten in der Zwischenzeit auch die anderen beiden mutmaßlichen Täter geschnappt werden. Sie müssen sich nun seit Montag, 21. Januar, vor dem Regensburger Landgericht verantworten.

REGENSBURG Die drei Männer aus Polen sollen in der Nacht vom Juli 2016 die Überwachungskameras einer Sparkassenfiliale in Pentling mit schwarzer Farbe besprüht haben. Anschließend sollen sie ein Gasgemisch in zwei der Geldautomaten geleitet und schließlich angezündet haben. Beide Geldautomaten wurden dadurch in die Luft gesprengt. Das Trio soll 196.000 Euro geklaut und insgesamt einen Schaden von 480.000 Euro angerichtet haben. Bereits Monate vorher sollen sie einen weiteren Geldautomaten in Kretzschau in die Luftgejagt und 56.845 Euro erbeutet haben. Ein Polizeibeamter der Polizeiinspektion Furth im Wald erzählte schließlich im Zeugenstand, wie es dazu kam, dass einer der Täter verhaftet wurde, während die beiden Angeklagten fliehen konnten: Der Polizist war gemeinsam mit einem Kollegen im Rahmen einer Schleierfahndung im Grenzgebiet unterwegs.

Beide Autos landen im Straßengraben

Als sie auf das Auto des Trios aufmerksam wurden, überprüften sie das Kennzeichen und stellten fest, dass ein ganz anderes Auto auf das Kennzeichen zugelassen war. Sie entschieden sich dazu, das Auto zu überholen und zum Anhalten zu bringen. Der Fahrer des Wagens bremste erst ab, versuchte dann aber, am Polizeiauto vorbeizuziehen. Die beiden Autos berührten sich und landeten schließlich im Straßengraben. Das Trio ergriff zu Fuß die Flucht, die beiden Polizisten rannten hinterher. „Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, es geht um ein gestohlenes Auto“, erklärte der Beamte vor Gericht. Während der Kollege dem Trio folgte und sogar drei Warnschüsse abfeuerte, versuchte der Zeuge, einen Notruf abzusetzen. Der Kollege schaffte es, einen der Männer am Boden zu fixieren, die beiden Angeklagten konnten die Flucht ergreifen. Nachdem der dritte im Bunde bereits im März 2017 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, muss die 5. Strafkammer nun über das Schicksal der beiden 39- und 36-jährigen Angeklagten entscheiden.

Polizist gab drei Warnschüsse ab

Während im Fall des 39-Jährigen keine Verständigung zustande kam, so ist diese im Fall des 36-Jährigen möglich. Das Gericht stellte ihm eine Freiheitsstrafe zwischen vier Jahren und drei Monaten und vier Jahren und neun Monaten im Gegenzug für ein Geständnis in Aussicht. Für die Verhandlung sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird voraussichtlich am Montag, 28. Januar, erwartet.

Hier gehts zum Urteil vom März 2017!


0 Kommentare