03.01.2019, 13:00 Uhr

Falscher Facebook-Post Sexualdelikt mit KO-Tropfen in der Disko Gatsby fand offfenbar nicht statt


Unter anderem in der Gruppe „Du bist ein echter Regensburger, wenn ...“ mit mehr als 24.500 Mitgliedern wurde ein Fahndungsaufruf einer Mutter veröffentlicht, deren Tochter angeblich in der Silvesternacht im Gatsby Opfer eines Sexualdelikts wurde. Angeblich seien KO-Tropfen im Spiel gewesen. Die Polizei dementierte das nun.

REGENSBURG Das Posting in der Gruppe „Du bist ein echter Regensburger, wenn ...“ war aufsehenerregend: Der Betreiber der Gruppe hatte nicht nur einen Fahndungsaufruf der Mutter eines angeblichen Opfers eines Sexualdelikts als Bild geteilt, sondern auch noch den Post persönlich verbreitet. Die Vorwürfe indes waren auch heftig. Wörtlich hieß es auf Facebook:

„Zeugenaufruf! Am Dienstag den 01.01.2019 um 02.00 Uhr morgend war meine Tochter im Gatsby in Regensburg. Sie feierte mit Freunden in der Silvesternacht. Sie ging kurz auf die Toilette und als Sie (sic!) zurückkam, hat sie plötzlich die Erinnerung verloren! Ein Junger (sic!) Mann sah wie meine Tochter mit einem Fremden aus der Disco herausging, nach ca. 1 Stunde war sie zurück und hatte weder Erinnerung was in dieser Stunde passiert ist. Sie kam mit Würgemalen zurück (vom Krankenhaus bestätigt)“.

Daraufhin posteten Facebook-Nutzer sogar Bilderserien aus der Disko Gatsby mit dem Hinweis, man könne hier doch den Täter identifizieren. Das Wochenblatt fragte sofort bei der Polizei nach, ob ein solcher Vorfall bekannt ist. Zunächst antwortete die Polizei: „Der Vorgang ist bei der Polizei bekannt und wird durch die Polizeiinspektion Regensburg Süd bearbeitet“, hieß es zunächst.

Doch dann das Dementi der PI Süd: Zwar habe man Ermittlungen eingeleitet, doch der Anfangsverdacht auf ein Sexualdelikt im Zusammenhang mit KO-Tropfen habe sich nicht bestätigt, sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Süd. „Es gibt ein Ermittlungsverfahren wegen einer Körperverletzung in oder im Umfeld des Gatsby, aber kein Sexualdelikt“, sagte Polizeisprecherin Tanja Nuß. Wie sich eine solche Meldung verbreiten konnte, ist auch Nuß schleierhaft: „Das müssen Sie vielleicht die Verbreiter fragen“, sagte die Sprecherin dazu wörtlich zum Wochenblatt.

Allerdings habe das Mädchen tatsächlich Würgemale aufgewiesen und man ermittle nun wegen einer Körperverletzung. Deshalb suche man nach einem etwa 20-jährigen Mann, der ein blaues Hemd getragen habe. Zeugen können sich unter 0941/5052001 bei der PI Süd melden.