28.11.2018, 14:42 Uhr

20. Jubiläum Mechanische Rettung von eingeklemmten Personen – Freiwillige Feuerwehr fürhrt „Oslo-Methode“ vor


Am vergangenen Samstag, 24. November, feierte die AARU Audi Accident Research Uni ihr 20. Jubiläum. Die AARU ist kurz gesagt die Verkehrsunfallforschung des Automobilherstellers Audi und wurde vor 20 Jahren durch das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) mit Unterstützung der AUDI AG und des Bayerischen Staatsministerium des Inneren ins Leben gerufen.

REGENSBURG Die Unfallforschung analysiert bayernweit Verkehrsunfälle an denen ein Auto der Marke Audi beteiligt ist. Die Mitarbeiter der AARU arbeiten hier eng mit den Polizeibehörden und Rettungsdienstorganisationen zusammen, die an dem entsprechenden Verkehrsunfall beteiligt waren und sprechen auch, nach deren Einverständnis, mit den am Unfall beteiligten Personen. So besteht das Team der AARU aus Technikern, Medizinern und Psychologen. Oberstes Ziel der Unfallforschung ist es, die allgemeine Verkehrssicherheit durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu steigern und die Fahrzeugtechnologie weiter zu entwickeln.

Zum 20. Jubiläum gab es am Samstag ein Symposium am Uniklinikum in Regensburg. Viele spannende Vorträge zu den Themen Unfallforschung, Medizin/Rettung und Technik/Prävention gab es zu hören. Die Referentinnen und Referenten kamen dazu aus ganz Deutschland angereist. Professor. Dr. Michael Nerlich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am UKR, eröffnete die Veranstaltung. Als Gast geladen, war auch der Audi-DTM-Rennfahrer Mike Rockenfeller. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Glück im Unglück: Minderung des Impacts auf den Fahrer bei Rennunfällen“. Kurz nach der Mittagspause gab es dann eine Live-Demonstration im Außenbereich des UKR. Die Freiwillige Feuerwehr Pentling führte die sogenannte „Oslo-Methode“ vor. Dies ist eine Form der mechanischen Rettung von eingeklemmten Personen aus Fahrzeugen mit Hilfe von Ketten. Sie wird oft angewandt, wenn Eingeklemmte nicht mehr mit herkömmlichen hydraulischen Geräte, wie zum Beispiel der Rettungsschere, des Spreizers oder Zylinders, aus ihrem Auto befreit werden können. Denn bei aktuellen Neufahrzeugen sind Materialien wie Carbon und Aluminium verbaut, bei denen ältere hydraulische Rettungssätze teilweise an ihre Grenzen stoßen. Bei älteren PKW hingegen ist meist herkömmlicher Stahl verbaut, der sich problemlos schneiden lässt. Bei der Oslo-Methode (Kettenzugmethode) werden Ketten an den A- und C-Säulen des verunfallten Autos befestigt und damit dann das Fahrzeug sozusagen „auseinander gezogen“, um die eingeklemmte Person zu befreien. Für die Vorführung am Samstag, stellte die AUDI AG dafür extra einen neuen Audi A6 Baujahr 2018 zur Verfügung. Er wurde davor einem Crashtest mit 64 km/h unterzogen. Bei solch einer Geschwindigkeit würde im Realeinsatz die Oslo-Methode zwar eher nicht zum Einsatz kommen, dennoch funktionierte die Vorführung der Feuerwehr Pentling hervorragend.


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