31.10.2018, 14:25 Uhr

Amtsgericht Regensburg Prostituierte von Freier gewürgt – 19-Jähriger muss zwei Jahre und vier Monate in Haft

(Foto: Schmid)(Foto: Schmid)

„Er hat mich gewürgt und meinen Mund zugehalten. Ich habe mich gewehrt, aber er hat nicht aufgehört“, schildert die 27-jährige Ungarin, als sie am Dienstag, 30. Oktober, vor dem Regensburger Amtsgericht als Zeugin vernommen wird. Die junge Frau arbeitet als Prostituierte in Regensburg. Vor Gericht steht an diesem Tag einer ihrer Freier. Der 19-jährige Ägypter muss sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung verantworten.

REGENSBURG Es war der 8. Mai 2018, als der Angeklagte die 27-jährige Prostituierte gegen Mittag in ihrem Appartement in der Landshuter Straße in Regensburg aufsuchte. Weil er mit den Preisen der Ungarin nicht einverstanden war, machte er ein Gegenangebot. Als die junge Frau dieses Angebot ablehnte, soll der Angeklagte sie an den Unterarmen gepackt und auf das Bett geschubst haben. Er soll sie mit einer Hand am Hals gewürgt und ihr mit der anderen Hand den Mund zugehalten haben. Außerdem geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er sich mit dem gesamten Körpergewicht auf die zierliche 27-Jährige legte, um sie so zum Sex zu zwingen. Seine Hose soll er zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezogen haben.

Die Prostituierte wehrte sich gegen den Ägypter und die beiden fielen aus dem Bett. Auch auf dem Boden soll der Freier weitergemacht haben. Eine Kollegin der 27-Jährigen hörte die Hilfeschreie der jungen Frau und betrat, mit einem Schöpflöffel bewaffnet, das Zimmer. Sie schlug den 19-Jährigen mehrmals mit ihrem Schöpflöffel, woraufhin dieser die Flucht ergriff. Der 19-jährige Angeklagte, der seit 10. Mai in Untersuchungshaft sitzt, wollte sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft nicht äußern. „Mein Mandant wird zunächst keine Angaben machen“, erklärte sein Verteidiger.

Auch wenn der junge Mann kein Geständnis machte, ist sich die 27-Jährige sicher, dass es sich bei ihm um ihren gewaltbereiten Freier handelt. Als die Richterin fragt, ob sie den Täter im Raum wiedererkennen würde, deutete die Prostituierte ohne zu zögern auf den Angeklagten und sagte: „Sowas kann man nicht vergessen“. Auch die zweite Prostituierte, die mit ihrem Schöpflöffel zu Hilfe eilte, konnte den Freier schnell identifizieren. „Ich bin überzeugt, dass er sie vergewaltigen wollte“, schilderte sie bei ihrer Zeugenvernehmung. Außerdem berichtete sie davon, wie sehr die Vorkommnisse ihre junge Kollegin damals mitgenommen haben. Als der Freier geflüchtet war, habe die junge Frau geweint und konnte nicht sprechen. Eine Woche lang konnte sie aus Angst keine Kunden mehr empfangen.

Der 19-jährige Ägypter wurde am Dienstag, 30. Oktober, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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