28.09.2018, 09:24 Uhr

Amtsgericht Regensburg Einbruch in Raiffeisenbank – Täter finden ihr Fluchtauto nicht mehr

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

„Das ist die überflüssigste Aktion, die ich in meinem ganzen Leben gebracht habe“, so der 31-jährige Angeklagte. Der junge Mann aus Dortmund, der als Hausmeister arbeitet, stand am Donnerstag, 27. September, wegen Diebstahls und Sachbeschädigung vor dem Regensburger Amtsgericht.

REGENSBURG Der Angeklagte zeigte sich geständig und schilderte, was am 22. Januar 2013 geschehen war: Es war mitten in der Nacht, als der 31-Jährige seinen Freund, der keinen Führerschein besaß, nach Thalmassing fuhr. Obwohl der Angeklagte den genauen Plan seines Kumpels, den er in der Justizvollzugsanstalt in Münster kennengelernt hatte, nicht kannte, ahnte er da bereits, dass dieser etwas im Schilde führt. „Irgendwas dreht er, das wusste ich“, gab der 31-Jährige vor Gericht zu. Mit dieser Vermutung sollte er am Ende Recht behalten. Das Auto parkten sie circa einen halben Kilometer von ihrem Ziel, der Raiffeisenbank in Thalmassing, entfernt. Schnell wird klar: Der Freund des 31-Jährigen plant, in die Bank einzusteigen. Er überredet den Hausmeister dazu, Schmiere zu stehen. Über ein Holzfenster gelangte der Freund in die Bank.

100 Bankschließfächer aufgebrochen

Dort brach er einen Metallschrank mit 100 einzelnen Bankschließfächern auf und klaute circa 1.000 US-Dollar. An einem Tresor im Nebenraum scheiterte der Eindringling. Mehrere Minuten vergingen, bis schließlich ein lauter Alarm ausgelöst wurde und die beiden Freunde die Flucht ergriffen. Doch bald gab es ein neues Problem: Sie konnten ihr Fluchtauto nicht mehr finden! „Wir sind ewig lange durch das Dorf geirrt. Für uns sah jede Straße gleich aus“, schildert der Angeklagte. Mehrere Stunden liefen die beiden Männer durch Dörfer, Wiesen und Wälder. Sie wurden dabei sogar von einer Polizeistreife entdeckt und konnten entkommen. „Ich bin um mein Leben gerannt“, beschreibt der Hausmeister die brenzlige Situation. Um 6.30 Uhr stiegen sie schließlich in Alteglofsheim in einen Bus und fuhren nach Regensburg zurück. Am nächsten Tag fuhr der 31-Jährige zurück nach Thalmassing, um dort das Fluchauto abzuholen. Mit dem Auto sollte er dann wiederum seinen Kumpel abholen, damit sie gemeinsam nach Dortmund zurückfahren konnten. Aus diesem Plan wurde aber nicht, der 31-Jährige wurde von der Polizei verhaftet. Mitarbeitern der Bank war das fremde Auto aufgefallen. Insgesamt drei Mal wurde der Hausmeister in dieser Angelegenheit verhaftet und wieder freigelassen. Der 31-Jährige wurde am Donnerstag, 27. September, der Beihilfe zum Diebstahl und der Beihilfe zur Sachbeschädigung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

„Ich bin um mein Leben gerannt“.

Die Haftstrafe wird zu vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der Hausmeister 1.500 Euro zugunsten der Staatskasse bezahlen. Das Geständnis des 31-Jährigen erwies sich für das Gericht als sehr wertvoll. Es konnte dadurch nicht nur auf das Verhör von über 15 Zeugen verzichtet werden, er nannte dem Gericht auch den Namen seines Freundes, der in die Bank eindrang. Auch in der Vergangenheit hatte der 31-Jährige immer wieder Probleme mit dem Gesetz. Jetzt aber bereut er seine Taten: „Ich bin sehr müde von den ganzen Sachen“, meint der Hausmeister.


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