20.08.2018, 09:51 Uhr

Unterschiedliche Angaben Zeugen schildern Blutbad nach Teppichmesser-Angriff vor Diskotheken

cabecademarmore/123RF (Foto: cabecademarmore/123RF)cabecademarmore/123RF (Foto: cabecademarmore/123RF)

Wie dramatisch waren die Ereignisse von Freitag auf Samstag in der Obermünsterstraße? Zeugen schildern dem Wochenblatt, dass ein Somalier eine Frau bedrängt habe. Als sich ein Mann dazwischen stellt, zückt der Asylbewerber ein Teppichmesser.

REGENSBURG Die Polizeiinspektion Süd schilderte am Samstagmorgen im Polizeibericht an die Presse einen Vorgang, wie er sich nicht selten ereignet nächtens in Regensburg: Zwei Männer geraten in Streit, ein 22-Jähriger und ein 27-Jähriger beharken sich. Daraufhin setzt der 22-Jährige ein Messer ein. Der 27-Jährige wurde nach Angaben der Polizei oberflächlich verletzt. Anschließend flüchtete der 22-Jährige, wurde aber von Beamten der PI Süd festgenommen. Soweit der emotionslose Bericht vom Wochenende.

Schnell meldeten sich beim Wochenblatt Augenzeugen, aber auch Verwandte des 27-Jährigen. Deren Schilderung sieht nämlich ganz anders aus. Demnach habe der 27-Jährige versucht, eine junge Frau davor zu bewahren, belästigt zu werden von dem Somalier. Er sei dazwischengegangen. „Jetzt musste er im Krankenhaus vier Stunden lang versorgt werden - und das bezeichnen Sie als oberflächliche Verletzung?“, so eine Verwandte.

Kritik kam auch daran, dass das Wochenblatt die Herkunft des Täters nicht nannte. Zahlreiche Leser vermuteten, deshalb sei der Vorgang heruntergespielt worden. Markus Reitmeier von der PI Süd widerspricht dem vehement: „Wir nennen die Nationalität des Täters nur, wenn seine Tat im Zusammenhang mit der Nationalität steht“, so der Polizist. Nur auf Nachfrage bestätige man beispielsweise die Identität des 22-Jährigen: „Ja, es handelt sich um einen Somalier.“

Über die Vorgeschichte könne Reitmeier indes noch nichts sagen: „Es sind zahlreiche Personalien von Zeugen aufgenommen worden. Erst, wenn die Vernehmungen erfolgt sind, können wir etwas darüber sagen, ob der Verletzte wirklich einer jungen Frau zur Hilfe geeilt ist.“ Nicht bestätigen kann Reitmeier die Schwere der Verletzungen, die von Augenzeugen ganz anders geschildert werden: „Der Mann hatte einen Schnitt quer über die Brust und an beiden Armen. Die Ersthelfer haben ihm das T-Shirt zerrissen, um die Arterien abzubinden, damit er nicht verblutet“, so die Behauptung eines Zeugen. Polizist Reitmeier sagt, es gebe genaue Definitionen, wann von oberflächlichen und wann von schwereren Verletzungen die Rede ist. „In diesem Fall liegt mir die Angabe: oberflächliche Verletzungen vor.“

Offenbar sei der 22-Jährige nach Angaben von Augenzeugen bereist vor der Tat auffällig gewesen. Er sei aggressiv auf das Sicherheitspersonal zugegangen, deshalb habe man ihm auch den Zugang zu den Clubs am Petersweg verwehrt.