02.08.2018, 11:22 Uhr

Dienstagmorgen am Domplatz Eine Festnahme wie im Krimi – Drähte entpuppen sich als Ladekabel

Wie im Krimi sehen die Bilder aus, die sich am Dienstagmorgen, gegen 7 Uhr auf dem Domplatz in Regensburg abgespielt haben. Aber: Dieser Einsatz war kein Krimi, hier wurde kein Film gedreht – hier mussten die eingesetzten Polizeibeamten einen kühlen Kopf bewahren, um eine vermeintlich heikle Situation zu klären.

REGENSBURG Was war passiert? Morgens stellte ein Zeuge während der Messe im Dom eine Person fest, die da irgendwie nicht hineinpasste. Ein arabisch aussehender Mann fiel auf, zudem hatte er eine Ausbeulung in der Jacke und man sah Drähte, die aus der Kleidung ragten. Diese einzelnen Beobachtungen ergaben zusammengesetzt für den Zeugen den Anlass, die Polizei zu informieren. Und das, so Dietmar Winterberg vom Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg, sei völlig richtig gewesen! Sofort setzte man das Prozedere in Gang, das für solche Meldungen geübt wird. Die Technische Sondergruppe in München wurde voralarmiert, zum Glück musste diese nicht eingreifen. Denn: Offenbar war alles ganz harmlos! Der Polizei war es schnell gelungen, die Situation „einzufrieren“, also stabil zu halten. Man entschloss sich dann, auf den Mann zuzugehen, dieser leistete keinen Widerstand. Schnell zeigte sich, dass die Ausbeulung in der Jacke eine Getränkeflasche war, die Drähte waren das Kabel eines Handys. Bei dem Mann handelt es sich vermutlich um einen 20-jährigen Afghanen aus Niederbayern. Unklar ist noch, ob er die Situation eventuell bewusst herbeigeführt hat, oder ob alles nur ein großes Missverständnis war. Dazu ermittelt nun die Polizei in Regensburg.

Kommentar: Irgenwie traurig

Das ist ja kaum zu glauben! Drähte ragen aus der Kleidung eines arabisch aussehenden Mannes – und die Domstadt steht Kopf. Wohin sind wir gekommen, dass nun schon ganz alltägliche Dinge – nämlich das Ladekabel eines Handys, das aus der Kleidung ragt – in Verbindung mit arabischem Aussehen (Was ist das überhaupt? Gibt es dazu eine Definition?) einen Polizeieinsatz nötig macht? Hätte jemand die Polizei geholt, wenn sich ein westeuropäisch aussehender Mann im Dom aufgehalten hätte, dessen Ladekabel aus der Kleidung geragt hätte? Hätte das jemand verdächtig gefunden? Wohl eher nein! So wichtig es ist, achtsam zu sein und dubiose Dinge der Polizei zu melden, so wichtig ist es auch, nicht sofort das Schlimmste hinein zu interpretieren! Fremd auszusehen, bedeutet nicht automatisch, ein Straftäter zu sein!

(Foto: Ursula Hildebrand)

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