28.04.2018, 17:16 Uhr

Zimmerbrand im Abrisshaus Real-Brandübung in Hemau – diesmal hat die Feuerwehr selbst gezündelt


Am Freitagabend, 27. April, führten Jörg Schmid mit seiner Firma Rettungs-, Lösch- und Bergetechnik in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Jachenhausener Wassergruppe eine sorgfältig geplante Real-Brandübung durch. Hierzu wurde in einem Abrisshaus in Waltenhofen bei Hemau ein echter ausgedehnter Zimmerbrand gelegt.

HEMAU Sinn der Übung war, den Feuerwehrkameraden mit neuen innovativen Löschmethoden (CAFS) aufzuzeigen, wie man schnell und effektiv auch mit wenig Personal und Löschwasservorrat solche Brände innerhalb weniger Minuten bekämpfen kann. Der Druckluftschaum wird direkt an der Feuerlöschkreiselpumpe noch im Feuerwehrfahrzeug erzeugt. Die gebräuchliche Abkürzung CAFS (Compressed Air Foam System) bezeichnet die den Druckluftschaum erzeugende Anlage.

Das Problem des herkömmlichen „reinen“ Löschwassers ist, dass es zu 90 Prozent am Brandgut abperlt. Um den erwünschten Löscherfolg erreichen zu können, werden oft mehrere 10.000 Liter Löschwasser in das Brandobjekt gespritzt. Hierdurch sind die Gebäude meist nicht mehr bewohnbar – nicht hauptsächlich wegen des Brandes, sondern wegen des angerichteten Wasserschadens. Auch Umweltschäden können so, erklärt Schmid, weitaus besser bzw. ganz verhindert werden. Wenn nur Wasser eingesetzt wird, werden durch das Löschwasser die giftigen Chemikalien aus dem Brandgut gewaschen und gelangen so unkontrolliert in die Umwelt. Ein Brand dieser Größe ist mit der modernen CAFS-Anlage mit rund 400 bis 500 Litern Wasser und etwa vier Litern umweltfreundlichem Schaummittel innerhalb weniger Minuten problemlos gelöscht.

Die ganze Aktion wurde auch von der Umweltbehörde im Landratsamt unterstützt, da durch diese Löschtechnik und Löschtaktik die Umweltschäden durch kontaminiertes Löschwasser und Löschschaum eingedämmt werden können. Mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Gögging, die seit Oktober 2017 ein neues Löschfahrzeug mit der innovativen CAFS-Anlage besitzen, konnte den vielen eingeladenen Kommandanten und Feuerwehrler, die als Zuschauer gekommen waren, die moderne Löschtechnik hautnah vorgeführt. Auch Feuerwehrkameraden aus Wörth an der Donau waren im Löscheinsatz unter Atemschutz mit im Haus und konnten hautnah miterleben, welche Vorteile diese Methode mit sich bringt.

Die Anschaffungskosten dieser Technik seien zwar für die Gemeinden nicht unerheblich, so Schmid, so kostet eine Anlage rund 60.000 Euro pro Fahrzeug, allerdings hätte man im Vergleich zu den entstehenden Wasserschäden bei herkömmlichen Löschwasser in den Brandobjekten dieser Größe mit ein bis zwei Bränden wieder refinanziert. Auch die Einsatzzeiten werden erheblich reduziert, hier spart sich die Gemeinde die Lohnausfallkosten, die bei einem größeren Brand schnell in den fünfstelligen Bereich gehen.


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