20.04.2018, 09:02 Uhr

Landgericht Regensburg Raubüberfall – Diebe verlieren ihre Beute noch auf der Flucht

Drei junge Männer sind derzeit vor dem Regensburger Landgericht angeklagt. Sie sollen, auf der Suche nach Bargeld, in die Wohnung einer Frau eingedrungen sein. (Foto: vb)Drei junge Männer sind derzeit vor dem Regensburger Landgericht angeklagt. Sie sollen, auf der Suche nach Bargeld, in die Wohnung einer Frau eingedrungen sein. (Foto: vb)

Schweigen macht sich im Gerichtssaal breit. Keiner der drei Angeklagten möchte sich zur gerade eben durch den Staatsanwalt verlesenen Anklageschrift äußern. Die drei Männer im Alter von 24 bis 28 Jahren stehen seit Donnerstag, 19. April, wegen Raubes vor dem Regensburger Landgericht.

An einem Freitagabend im Mai 2015 sollen zwei der Männer spätabends an der Wohnungstür einer Burgweintingerin geklingelt haben. Da die Frau durch den Türspion nichts erkennen konnte und ihren Ex-Freund hinter der Tür vermutete, öffnete sie – nur in Unterhose und Top bekleidet – die Wohnungstür einen Spalt breit. Sofort erkannte sie ihren Fehler, denn sie stand zwei maskierten Männern gegenüben. Obwohl die Frau noch versuchte, die Wohnungstür zuzuhalten, sollen die beiden Männer die Tür gewaltsam aufgedrückt und sich so Zutritt zur Wohnung verschafft haben.

Sie rief im Hausflur laut um Hilfe

Durch die Gewalteinwirkung der Eindringlinge stolperte die Frau und prallte gegen die Wand. Einer der Männer soll Geld von ihr gefordert haben, der andere soll die Wohnung nach Wertgegenständen durchsucht haben. Aus Angst ließ die Frau das alles geschehen, bis sich ihr eine Gelegenheit bot: Sie erreichte die Wohnungstür und schrie im Hausflur laut um Hilfe. Die Eindringlinge sollen daraufhin die Flucht ergriffen und ihr Diebesgut im Treppenhaus verloren haben. Vor dem Gebäude soll der dritte Komplize mit einem Fluchtwagen auf die beiden Männer gewartet haben. Kaum waren die Opfer aus dem Haus, rief die Geschädigte die Polizei. Durch ein anderes Gerichtsverfahren kamen die Ermittler schließlich auf die Spur der drei Angeklagten.

Einer der drei Angeklagten redete vor Gericht aber dann doch: Vor Gericht gab er zu, einige Wochen später in eine andere Wohnung eingebrochen zu sein. Aus dieser Wohnung wurden in der selben Nacht 33.000 Euro Bargeld gestohlen. Der Angeklagte gab an, von dem Geld nichts zu wissen. Er sei von einem Hund verjagt worden, bevor er etwas stehlen konnte.

Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird voraussichtlich bereits am kommenden Mittwoch, 25. April, erwartet. Das Wochenblatt berichtet.


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