13.04.2018, 14:33 Uhr

Sicherheitsbericht Regensburg ist einer der sichersten Landkreise Bayerns – die Stadt ist eine der unsichersten

Vorstellung des Sicherheitsberichts im Landkreis Regensburg. Foto: ceVorstellung des Sicherheitsberichts im Landkreis Regensburg. Foto: ce

Wohl einer der sichersten Landkreise in ganz Bayern, wenngleich die Nachbarschaft mit einer der höchsten Kriminalitätsraten aufwartet: Der Landkreis Regensburg ist eine Insel der Glückseligen. Und dennoch: Gewalt und Respektlosigkeit gegen Polizeibeamte ist hier ebenso ein Thema wie Ereignisse, die früher niemanden gejuckt hätten, heute aber Großeinsätze auslösen.

LANDKREIS REGENSBURG Das erfreuliche vorweg: Der Landkreis Regensburg ist eine der sichersten Regionen in ganz Bayern, zumindest aber die sicherste Region in der Oberpfalz. Auf 190.000 Einwohner registrierte die Polizei im Jahr 2017 mit 2.461 Straftaten eine bayernweit extrem niedrige Quote. Zum Vergleich: Die Stadt Regensburg ist etwa bei 12.000, die Zahl ist noch nicht offiziell bestätigt. Einen gewissen Export von Kriminalität vom Landkreis in die Stadt mag der Polizeipräsident Gerold Mahlmeister bei der Vorstellung der Zahlen im Regensburger Landratsamt dann auch nur bedingt feststellen. Insgesamt kann der oberste Polizist in Regensburg aber auch zufrieden sein: Vor allem bei den Einbrüchen, die für Betroffene oft besonders belastend sind, ist die Zahl von 114 im Jahr 2016 auf 91 gesunken, die Aufklärungsquote ist von 15,8 auf 23 Prozent gestiegen. „Danke, hier hilft die Prävention der Polizei“, sagte dazu Landrätin Tanja Schweiger.

All dies sind bloße Zahlen – aber wie ist es draußen, vor Ort? Die versammelten Dienststellenleiter erinnerten sich im Gespräch mit Landrätin Tanja Schweiger an manchen belastende Situation, beispielsweise der Leitende Kriminaldirektor Franz Schimpel. Als die Studentin Malina tot in der Donau auf Höhe der Walhalla im Fluß entdeckt wurde, war die Sorge der Kripo, dass die Familie nicht aus den Medien von dem schrecklichen Fund erfuhr.

Und auch schreckliche Bluttaten gingen dem Kripo-Leiter sehr nahe. „Am Pfingstsamstag waren wir in Arnschwang, wo ein kleiner Junge getötet wurde“, so Schimpel. Der Junge war einem Asylbewerber zum Opfer gefallen, den störte, dass der Junge angeblich zu laut spielte. Weil die Polizei den Angreifer erschoss, musste die Kripo auch wegen des Schusses aus einer Polizeiwaffe ermitteln. „Ich war gerade wach geworden, da kam ein Anruf, dass es wieder einen Schuss aus einer Polizeiwaffe gegeben hatte, diesmal in Obertraubling.“ Ein psychisch kranker 21-Jähriger war mit einem Messer auf Polizisten los gegangen.

An den Fall erinnerte sich auch Thomas Rölz, Leiter der Polizeiinspektion Neutraubling. Und an einen anderen Fall: „Als ein Mann einen Koffer vor einen Kindergarten abstellte, löste das einen Großeinsatz aus“, so Rölz. Vor 20 Jahren wäre hier vielleicht nur ein Polizist vorbei gefahren, doch die Zeiten haben sich geändert.

In Wörth waren es vor allem Diebstähle von teuren Autos mit der Keyless-Go-Methode, die in Erinnerung blieben und in Nittendorf die Aufklärung einer Einbruchserie, bei der der Täter ins Haus eindrang, als die Bestohlenen schliefen.

Ursula Fendl von der Verkehrspolizei konnte die erfreuliche Tatsache verkünden, dass es heuer mit unter 700 Verkehrsunfällen weniger waren als im Vorjahr mit 730. Im Landkreis starben 19 Menschen im Jahr 2016, letztes Jahr waren es mit neun zwar immer noch neun zuviel, aber dennoch waren es weniger schwerste Unfälle. Auf die Baustellensituation angesprochen, sagte Frau Fendl, man könne noch nicht genau sagen, wie sich die Situation entwickeln werde. Oft verursachen Baustellen mehr Unfälle, die dann aber aufgrund abgesenkter Geschwindigkeit weniger drastisch ausgehen.