04.04.2018, 14:44 Uhr

Es droht Freiheitsstrafe Fehlende Rettungsgasse und Gaffer werden immer mehr zum Alltag

(Foto: pictorius/123RF)(Foto: pictorius/123RF)

Mittwoch, 27. März, auf der Autobahn A3 bei Wörth an der Donau sind Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Nach einem schweren Lkw-Unfall müssen sie sich um einen Schwerverletzten kümmern, die Autobahn sperren, die Unfallstelle räumen. Und: Immer wieder kommt es vor, dass die Einsatzkräfte auch die Rettungsgasse freihalten und Gaffer vom Filmen und Fotografieren der Unfallstelle abhalten müssen. An jenem Mittwoch zählt die Polizei 15 Gaffer, die ihre Handys gezückt hatten.

REGENSBURG Die Ermittlungen hatten ergeben, „dass elf Verkehrsteilnehmer filmten oder fotografierten, während sich der schwerstverletzte, noch eingeklemmte Lkw-Fahrer in seinem Führerhaus befand und um sein Leben rang“, berichtet die Polizei. Gegen diese Gaffer werden Strafverfahren „wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen eingeleitet“. Vier weitere Fälle können wohl nicht verfolgt werden. Und das kann richtig teuer werden. Es geht hier um eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Und das ist für viele, die die Meldung beim Regensburger Wochenblatt auf Facebook lasen, noch viel zu wenig! Und: Es wird hartes Durchgreifen gefordert. „Ich hoffe, dass dieses Mal ein Exempel statuiert wird und Freiheitsstrafen, zumindest auf Bewährung, verhängt werden. Dann hört dieses widerliche Verhalten hoffentlich endlich einmal auf“, schreibt Bernhard. Die Geldstrafe „sollte in den vierstelligen Bereich gehen“, fordert Katrin. Und Jenny ergänzt: „Die Strafen müssen weh tun, ansonsten ändert sich da leider nichts. Geldstrafen im mittleren vierstelligen Bereich, Fahrverbot oder Haftstrafe“. Auch Martin findet deutliche Worte: „Die sollten alle mal selber Dienst bei der Feuerwehr tun und auf der Straße Menschen aus ihrem Schrott schneiden, dann würde ihnen das gleich vergehen!“ Ähnlich lesen sich die Kommentare, wenn die Polizei wieder vermelden musste, dass die Rettungsgasse nicht funktioniert hat. Da, wo die Retter retten sollten, werden sie immer häufiger von anderen Verkehrsteilnehmern behindert – „stellt Euch mal vor, Ihr seid verunglückt und braucht dringend Hilfe. Ihr wärt auch froh, wenn die Rettungskräfte nicht durch im Weg stehende Fahrzeuge behindert oder sogar gehindert wären“, appellierte die Oberpfälzer Polizei hier auf Facebook!


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