04.04.2018, 07:45 Uhr

Statistik Polizei stellt Sicherheitsbericht vor – weniger Kriminalität auf hohem Niveau


Die Polizei stellt am heutigen Mittwoch die Zahlen für 2017 vor – Regensburg ist leider an der Spitze, vergleicht man die Domstadt mit anderen Regionen. Und wie in ganz Bayern, so hat auch in Regensburg die Zahl von Sexualdelikten stark zugenommen. Das hat aber einen ganz besonderen Grund.

REGENSBURG Auch in der Domstadt ist die Zahl der Straftaten gesunken. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz auf Anfrage dieser Zeitung. Am heutigen Mittwoch, 4. April, stellt Polizeipräsident Gerold Mahlmeister die aktuellen Zahlen vor – das Wochenblatt hat bereits vorab recherchiert. Dabei bleibt festzustellen: Die Stadt Regensburg liegt bundesweit und auch bayernweit bei der Zahl der Straftaten leider auf einem Spitzenplatz.

Doch zunächst zu den Tendenzen: „Diese ist wie in ganz Bayern leicht rückläufig bei den Straftaten und bei der Aufklärungsquote leicht gestiegen“, so ein Sprecher des Präsidiums. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte vergangene Woche einen Rückgang der Straftaten von 4,6 Prozent in Bayern verkündet – ohne ausländerrechtliche Verstöße lag die Zahl bei 586.000 Verbrechen, denen die Polizei nachgehen musste. Das sei der niedrigste Wert seit 1991. Und 2016 lag die Zahl der Straftaten noch bei 614.520 in ganz Bayern.

In Regensburg lag diese Zahl gerechnet auf 100.000 Einwohner im Jahr 2016 mit ausländerrechtlichen Delikten bei über 12.000. Einer Auflistung aller Straftaten in allen Städten und Landkreisen in ganz Deutschland zufolge ist diese Zahl im Spitzenfeld, auch innerhalb Bayerns. Zum Vergleich: In Altötting waren es lediglich knapp 5.000 Straftaten auf 100.000 Einwohner, in Landshut deutlich unter 10.000, in der Stadt München unter 8.000 Straftaten und in Nürnberg 9.100 Straftaten.

Ein Grund für die hohe Zahl der Straftaten in der Stadt Regensburg könnte auch die sehr niedrige Zahl an Verbrechen im Landkreis sein: Diese lag mit 2.300 im Jahr 2016 sehr, sehr niedrig. In der Stadt München etwa werden die „Hotspots“ und Problemviertel eben mit den noblen Vororten verrechnet und gleichen sich damit aus.

Konkrete Zahlen wollte der Polizeisprecher zwar nicht nennen, aber die Tendenz im Landestrend wollte er auch für Regensburg bestätigen: „Auch in Regensburg ist die Zahl der Sexualdelikte gestiegen, das liegt aber ausschließlich an der Verschärfung der Gesetzeslage“, so der Sprecher.

Im Zuge der „Nein heißt Nein!“-Debatte wurde das Strafrecht so angeglichen, dass unsittliche Berührungen, die bisher als Beleidigungsdelikte abgehandelt wurden, jetzt unter sexuelle Belästigung fallen. Auch in Regensburg schlägt sich das in der Kriminalstatistik nieder.

Krasse Fälle ereigneten sich auch 2017

Dabei hatte das Jahr 2017 in Regensburg mit einem schweren Sexualdelikt begonnen. Ein 24-jähriger Mann aus Pakistan hatte eine Altenpflegerin auf ihrem Weg in die Nachtschicht abgefangen und in einen Hauseingang gedrängt. Im Prozess war strittig, ob der Mann in den Körper der Frau eingedrungen war. Aus versuchter Vergewaltigung wurde am Ende sexuelle Nötigung, er wurde zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Ein weiterer krasser Fall erschütterte Ende März Regensburg: Völlig aus dem Nichts heraus attackierte ein 24-jähriger Asylbewerber aus Jordanien einen 28-Jährigen, stach ihm in den Rücken. Passanten überwältigten den jungen Mann, der seit vielen Jahren unter psychischen Problemen litt. Das Landgericht verurteilte den Mann zwar wegen versuchten Totschlags, wies ihn aber in die Psychiatrie ein.

Hier geht‘s zur Meldung des Polizeipräsidiums:

Sicherheitslage in der Oberpfalz – niedrigste Zahl bei Gesamtstraftaten und höchste Aufklärungsquote im Langzeitvergleich