17.02.2018, 08:55 Uhr

Am hellichten Tag Erneut brutaler Übergriff auf Sicherheitsdienst und Polizisten in den Arcaden

Die Regensburger Arcaden und die Friedenstraße. Foto: EcklDie Regensburger Arcaden und die Friedenstraße. Foto: Eckl

Ein 30-jähriger Mann randalierte am Freitag, 16. Februar, in den Arcaden, griff Sicherheitsbeamte an und ließ sich zunächst auch nicht von mehreren Polizisten beeindrucken, die ihn schließlich am Boden fixierten. Die Arcaden und das Bahnhofs-Areal haben zunehmend ein Sicherheitsproblem.

REGENSBURG Am Freitag gegen 12 Uhr geriet ein 30-jähriger Regensburger mit Sicherheitsdienstmitarbeitern der Regensburg Arcaden in Streit, da er sich trotz Aufforderung und bereits erteiltem Hausverbot im Einkaufszentrum aufhielt und sich nicht entfernen wollte. Im Verlauf der zunächst verbalen Auseinandersetzung attackierte der Mann die Sicherheitsdienstmitarbeiter und traf einen von ihnen mit der Faust ins Gesicht. Dabei zog sich der Mitarbeiter eine leichte Gesichtsverletzung zu. Letztendlich gelang es den aggressiven Mann aus dem Einkaufszentrum zu befördern. Nachdem der junge, aufgebrachte Mann auch vor den Regensburg Arcaden randalierte und versuchte, mit einer Stabtaschenlampe in Form eines Baseballschlägers eine der Zugangstüren einzuschlagen, wurden mehrere Streifenbesatzungen zum Einkaufszentrum gerufen.

Der aggressive Regensburger konnte sich auch im Beisein zahlreicher Beamter nicht beruhigen und musste aus diesem Grund mit Handfesseln auf dem Boden fixiert werden. Aufgrund seiner heftigen Gegenwehr, wurde ein Beamter leicht verletzt und musste in einem Regensburger Krankenhaus ambulant behandelt werden. Auch der 30-Jährige wurde nach seiner Widerstandshandlung ärztlich versorgt und in Gewahrsam genommen. Ihn erwarten nun diverse Strafanzeigen, unter anderem wegen Bedrohung und Körperverletzung.

Der Vorfall ist bereits der Dritte in einer Reihe von brutalen Übergriffen auf das Sicherheitspersonal und / oder Polizisten in den Arcaden. Tatort: Arcaden, eine Bank in dem Einkaufszentrum. Ende Januar kam es zu diesem Übergriff: Ein 22-jähriger, wohnsitzloser Mann griff einen Sicherheitsmitarbeiter der Arcaden an, nachdem der ihn aufgefordert hatte, seine Füße von einer Sitzbank zu nehmen. Die Sache eskalierte, der Mann prügelte auf den Mitarbeiter der Arcaden ein und flüchtete. Später wurde er von der Polizei festgenommen.

Gravierendster Vorfall war allerdings die Attacke von zwei Afghanen, die einen Polizisten zu Boden brachten, weil sie mit einer Personenkontrolle nicht einverstanden waren. Als der 26-jährige Beamte am Boden lag, trat einer der 17-Jährigen auf dessen Kopf ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts, der Mann sitzt in U-Haft.

Zu Kontroversen kam es in Folge unserer Berichterstattung, weil wir Teile des Bahnhofs-Areals und der Arcaden als No-Go-Area bezeichneten. Kritik deshalb, weil täglich tausende Menschen das Areal passieren, ohne dass es zu Straftaten käme. Doch offenbar haben viele Regensburger, gerade Frauen, mittlerweile Probleme, über den Bahnhofssteg in der Nacht zu gehen. Die Polizei führte kürzlich indes eine groß angelegte Kontrollaktion durch, scheint derzeit deutlich mehr Präsenz zu zeigen. In München hat man am Bahnhof etwa mit einem Alkoholverbot kürzlich gute Ergebnisse erzielt und die Sicherheitslage rund um den Hauptbahnhof dort zumindest verbessert. In Regensburg indes sind solche Maßnahmen offenbar nicht im Gespräch.