09.02.2018, 12:51 Uhr

Urteil gefallen Zehn Jahre Haft für 40-Jährigen – er tötete seine schwangere Ex

(Foto: vb)(Foto: vb)

Als ginge es ihn gar nichts an, blickt der 40-Jährige stur vor sich auf den Boden während der Vorsitzende Richter gerade verkündet, dass zehn Jahre Freiheitsstrafe auf ihn warten. Er wurde des Totschlags in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch schuldig gesprochen. Im September 2016 erstach er seine Ex-Freundin, die mit der gemeinsamen Tochter im siebten Monat schwanger war, mit mehreren Messerstichen.

REGENSBURG „Die Beziehung war eine Achterbahnfahrt mit einem ständigen Auf und Ab“, erzählte der Richter in der Urteilsbegründung. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass sich der 40 Jährige und sein späteres Opfer im Sommer 2015 kennengelernt hatten. Obwohl die damals 44-Jährige verheiratet war, ging sie eine Beziehung mit ihm ein. Bereits seit 2014 hatte sie immer wieder Affären mit anderen Männern. Im Dezember 2015 erzählte sie ihrem Ehemann schließlich von der Beziehung zu dem 40-Jährigen. Sie kamen darin überein, dass sie die Beziehung weiterführen, aber im Haus bei ihrem Ehemann weiter wohnen würde.

„Beziehung war eine Acherbahnfahrt“

Immer wieder, so führte der Richter aus, kam es zum Streit zwischen ihr und dem 40-Jährigen. Einer Trennung folgte prompt eine Versöhnung – unzählige Male. Im März 2016 fuhren die beiden nach Tschechien in eine Klinik, in der sich die Freundin des 40-Jährigen mit seinem Sperma künstlich befruchten ließ. Sie wurde schwanger. Trotz Schwangerschaft ging es in der Beziehung genauso turbulent weiter. In den insgesamt zehn Monaten Beziehung schickten sie sich gegenseitig mehr als 10.000 Whats-App-Nachrichten. Als die Beziehung zwischenzeitlich beendet war, erwirkte die Schwangere sogar ein Kontaktverbot gegen den 40-Jährigen. Sie drohte ihm damit, ihm seine Tochter vorzuenthalten und teilte ihm mit, ihn nie geliebt zu haben. Bis zum Tattag, dem 14. September 2016, ging die Achterbahnfahrt genauso weiter. Am 14. September jedoch, besuchter der 40-Jährige seine schwangere Ex-Freundin in ihrem Haus. Sie war allein zu Hause, ihr Ehemann war unterwegs. Es kam zum Streit zwischen den beiden.

Das Opfer verstarb nur Stunden nach der Tat

Nachdem der 40-Jährige nach dem Streit schon auf dem Weg zu seinem Wagen war, entschied er sich um und kehrte in das Haus zurück. Er stach auf die Schwangere ein – erwischte sie am Hals, am Bauch, an der Brust – und flüchtete anschließend. Erst Tage später wurde er, nachdem er in einen Verkehrsunfall verwickelt war, von der Polizei aufgegriffen. Die Schwangere wurde kurz nach der Tat von ihrem Ehemann schwer verletzt und blutend im Flur liegend gefunden. Sie verstarb noch am selben Tag in einer Klinik. Das ungeborene Mädchen verstarb wohl bereits kurz nach der Tat. „Es war eine umfangreiche Beweisaufnahme. Dennoch weiß man wenig vom unmittelbaren Tatgeschehen und dem direkten Auslöser“, erklärte der Vorsitzende Richter abschließen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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