24.01.2018, 10:10 Uhr

Vor 20 Jahren starb Christian Sendlbeck Im Einsatz tödlich verunglückt – die Donaustaufer Feuerwehr erinnert an ihren toten Kameraden


„Retten, Löschen, Bergen, Schützen“, so lautet der Wahlspruch der deutschen Feuerwehren. Im Landkreis Regensburg tun dies in den 41 Kommunen 7.000 Aktive in 176 Feuerwehren. Sie alle setzen ihr Leben ein, wenn es darum geht, das Leben anderer und deren Hab und Gut zu sichern. Der 23. Januar ist dabei für die Wehren im Landkreis ein Tag, an dem sie sich zurückerinnern an einen Einsatz, der für einen Kameraden tragisch endete.

DONAUSTAUF Am 23. Januar 1998, also genau vor 20 Jahren, schrillte in Donaustauf um 18.10 Uhr die Sirene, ein Saunabrand in der Herderstraße forderte die Einsatzkräfte. Dass jener Freitag ein Tag werden wird, den viele Donaustaufer noch heute in Erinnerung haben, daran dachte damals niemand.

Um 18.14 Uhr rückte das erste Fahrzeug der Donaustaufer Wehr aus, vier Atemschutzgeräteträger waren an Bord, um 18.17 Uhr traf das Fahrzeug in der Herderstraße ein. Fast zeitgleich war das erste Fahrzeug der Sulzbacher Wehr an der Einsatzstelle. Christian Sendlbeck und Christian Märkl waren die Ersten, die in den verrauchten Keller vordrangen, dort kamen sie nur noch kriechend vorwärts, sehen konnten sie kaum etwas. Funkkontakt gab es keinen mehr, zur Unterstützung kamen zwei weitere Wehrmänner – Bernhard Weiherer und Christian Setz – in den Keller. Und dann geschah das Unglück, es war 18.35 Uhr. Eine „Flammenwand“, so beschreibt es der damalige Einsatzleiter Friedrich Schmid, schoss aus dem Fitnessraum in den Treppenraum zum Keller, die vier Einsatzkräfte standen im Feuer. Christian Märkl stand am Kellerausgang, er konnte sich schnell retten, auch Bernhard Weiherer konnte das Gebäude verlassen, Christian Setz wollte sich an seiner Sicherungsleine aus dem Keller hinaus orientieren, doch diese hatte sich verklemmt, er brauchte einige Zeit, bis er den Ausgang fand. Für Christian Sendlbeck gab es kein Entrinnen mehr, er hatte die Orientierung verloren, stürzte und wurde bewusstlos, so die Rekonstruktion des tragischen Ereignisses. Die Feuerwehrkameraden versuchten, von außen die Flammen zu bekämpfen. Zwei Rettungstrupps und Atemschutzgeräteträger der Tegernheimer Feuerwehr konnten in den Keller – und fanden Christian Sendlbeck. Gegen 18.50 Uhr wurde er den Rettungskräften übergeben und mit einem Hubschrauber in die Uniklinik geflogen.

Der damalige Kreisbrandrat Waldemar Knott sorgte dafür, dass die Donaustaufer und Sulzbacher Kräfte abgezogen werden konnten, an der Einsatzstelle waren nun die Wehren aus Neutraubling, Sarching und Tegernheim vor Ort. Die Einsatzkräfte aus Donaustauf und Sulzbach sammelten sich im Gerätehaus. Gegen 20 Uhr starb Christian Sendlbeck in der Uniklinik, der damalige Feuerwehrseelsorger Thomas Schmid überbrachte den Kameraden die Nachricht – noch lange blieb man zusammen, alleine wollte in diesen schlimmen Stunden niemand sein. „Es war der schlimmste Tag meines Lebens“, sagt Friedrich Schmid, der damalige Einsatzleiter und heutige Ehrenvorsitzende der Donaustaufer Feuerwehr. Noch heute ist die Erinnerung an „Sendi“, wie der 24-Jährige genannte wurde, wach. Im Donaustaufer Feuerwehrgerätehaus wurde der Platz, an dem Sendlbecks Ausrüstung aufbewahrt war, nicht neu besetzt, noch heute erinnert sein Namensschild an ihn. Der Anzug, den Christian Setz damals trug, ist im Gerätehaus ausgestellt und erinnert an die schwärzesten Stunden der Donaustaufer Feuerwehr.

Der heutige Bürgermeister Sommer, der vor 20 Jahren selbst am Einsatz beteiligt war, erinnerte am Neujahrsempfang am Sonntag, 21. Januar, an den Verstorbenen – Sommer konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Am Montag folgte ein Gottesdienst, am Dienstag, dem Jahrestag des tragischen Unglücks, fanden sich die Donaustaufer Feuerwehrler am Burgfriedhof ein, um am Grab ihres Kameraden zu gedenken. Eine Tradition, die die Erinnerung an Christian Sendlbeck, der sein Leben im Einsatz für andere gab, wach hält.


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