07.12.2017, 08:58 Uhr

Christkindlmarkt: Das ist der nutzloseste Poller der Welt!

Dieser Poller in der Residenzstraße wirft die Frage auf: Ist das alles nur Symbol-Politik? Foto: ceDieser Poller in der Residenzstraße wirft die Frage auf: Ist das alles nur Symbol-Politik? Foto: ce

Terror-Akte, etwa durch einen LKW, sollen verhindert werden – doch so? In der Residenzstraße hat die Polizei einen Poller aufstellen lassen, der umfahren werden kann.

REGENSBURG Die Sicherheits-Vorkehrungen auf dem Regensburger Christkindlmarkt am Neupfarrplatz sind deutlich verschärft worden – doch Besucher fragen sich: Was soll das?

Stein des Anstoßes ist ein Poller, der in der Residenzstraße errichtet wurde. Dort musste man natürlich die Straße für den Busverkehr frei lassen. Taxis, die in die Residenzstraße fahren, müssen dem Poller links ausweichen. Gerade an den Advents-Samstagen kommt es zu skurrilen Szenen.

Vor allem kann man sich die Frage stellen: Was soll der Poller, den man umfahren kann? Wir haben bei der Stadt nachgefragt. Rechtsreferent Wolfgang Schörnig weißt die Kritik indirekt zurück: „Den Poller wollte die Polizei, nicht wir.“ Gäste am Christkindlmarkt frotzelten lautstark: „Gibt der Poller den Bogen vor, den ein Attentäter mit seinem Lastwagen fahren soll, um direkt in den Markt reinfahren zu können?“

Die Poller, die es auch an der Dult gibt, sollen Attentate wie die in Nizza oder auch den Anschlag vom Breitscheidplatz in Berlin künftig verhindern. Zwar haben Crashtests zwischenzeitlich ergeben, dass sie einen Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit ohnehin nicht aufhalten könnten. Doch die Poller sind ja nicht nur als Schutz gedacht, sondern sollen der Bevölkerung auch das Gefühl von Sicherheit geben. Dabei gibt es auch am Christkindlmarkt am Neupfarrplatz zahlreiche Poller, die offenbar wirklich ein Attentat mit einem Fahrzeug oder einem Lastwagen verhindern könnten, etwa weil sie keine Möglichkeit mehr lassen, frontal auf den Stand zuzufahren. Direkt vorm Kaufhof beispielsweise steht ein Stand, quasi auf der anderen Straßenseite des Marktes, der von Pollern geschützt wird. Da scheint es schwer möglich, vorbeizufahren. Aber der in der Residenzstraße?

Nun, der steht da nunmal. Abgesehen von dem kuriosen Poller in der Residenzstraße, dessen Sinn wirklich fraglich ist, sagt nämlich ein Besucher auch zum Wochenblatt: „Ich würde hier meinen Glühwein trinken, egal ob mit oder ohne Poller!“


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