25.10.2017, 17:03 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Landgericht Regensburg Sohn angezündet und keine Hilfe geholt? Eltern schweigen zu den Vorwürfen

Ein Ehepaar steht vor dem Landgericht Regensburg, weil sie ihren Sohn erst aus Versehen angezündet und dann keine ärztliche Hilfe gerufen haben sollen. (Foto:vb)Ein Ehepaar steht vor dem Landgericht Regensburg, weil sie ihren Sohn erst aus Versehen angezündet und dann keine ärztliche Hilfe gerufen haben sollen. (Foto:vb)

Es war ein reines Blitzlichtgewitter, das da am Landgericht Regensburg stattgefunden hat, als das Ehepaar, das wegen versuchten Mordes an ihrem eigenen sohn angeklagt ist, in den Gerichtssaal kam.

REGENSBURG Aber nicht nur die vielen Reporter und die zahlreichen Zuschauer machten den Gerichtssaal voller als sonst. So waren neben den beiden Angeklagten und ihren Verteidigern, den Richtern und der Staatsanwaltschaft auch fünf Sachverständige vor Ort.

Nachdem ein Antrag des Verteidigers der Angeklagten auf Ausschluss der Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren abgelehnt wurde, verlas die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift: Ende September 2016 soll der Angeklagte mehrere Gegenstände aus einem fremden Auto gestohlen haben. Nur circa eine Stunde später soll die Ehefrau versucht haben, das Diebesgut im eigenen Garten und mit der Hilfe zweier Benzinkanister zu verbrennen. Im Garten sollen sich zur selben Zeit auch drei ihrer fünf gemeinsamen Kinder aufgehalten haben. Dabei soll brennendes Benzin auf den damals fünfjährigen Sohn des Ehepaares gespritzt sein. Der Junge wurde dadurch in Brand gesetzt. Die Angeklagte soll daraufhin die Flammen am Körper des Kindes mit einer Jacke erstickt haben. Anstatt den Notruf zu wählen, soll der Vater das Kind, das schwerste Brandverletzungen erlitten hatte, ins Haus getragen haben. In den nächsten Tagen sollen sich die Eltern zwar im Internet über Verbrennungen informiert, ihren Sohn aber dennoch nicht in ein Krankenhaus gebracht haben.

Erst nach vier Tagen, in denen sich der Fünfjährige gequält haben soll, griff eine Tankstellenpächterin ein, die auf den Jungen aufmerksam geworden war, als die Eltern mit ihm in der Tankstelle vorgefahren sein sollen. Sie informierte daraufhin die Polizei und das Jugendamt. Der Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht und mehrmals operiert.

Vor Gericht wollten sich weder die Mutter noch der Vater des Kindes zu den Vorwürfen äußern. Das Verfahren geht weiter am Donnerstag, 26. Oktober. Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt.


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