29.03.2019, 10:14 Uhr

Verbotene Aktion Bundespolizei warnt vor Fotoshootings auf Bahngleisen

Nicht nur die alte Dampflok ist ein beliebtes Fotomotiv rund um den Simbacher Bahnhof. (Foto: Holger Becker)Nicht nur die alte Dampflok ist ein beliebtes Fotomotiv rund um den Simbacher Bahnhof. (Foto: Holger Becker)

Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Deutschen Bahn hat beobachtet, dass seit geraumer Zeit der Bahnhof Simbach am Inn immer öfter als Motiv für Fotoshootings verwendet wird. Problematisch ist aber besonders bei den Aufnahmen, dass sich sowohl die Models wie auch die Fotografen im Gleisbereich aufhalten.

SIMBACH AM INN Die Fotografen sind offensichtlich angetan vom Charme des Bahnhofes, der Gleisanlagen, den Linien und der Tiefenwirkung. So kamen auch in den vergangenen Tagen bei einem Fotoshooting in den Gleisen am Bahnhof Simbach am Inn mehrere Fotos zustande. Die Mitteilung über die Fotoshootings rief die Bundespolizei auf den Plan und so wurde festgestellt, dass die Fotos auch veröffentlicht wurden.

Nicht nur, weil das Betreten solcher Anlagen prinzipiell verboten ist, sondern vor allem, weil die Bundespolizei Nachahmer befürchtet. Erst vor zwei Jahren musste die Bundespolizei einschreiten, weil Gleisanlagen bei einem „Fotowalk“ für Motive diente. „Auf dem Gleis zu posieren, ist vor allem bei Mädchen zwischen zwölf und 16 Jahren beliebt. Doch das kann tödlich enden“, so ein Sprecher der Bundespolizei.

Der Aufenthalt im Gleisbereich ist grundsätzlich verboten. Gleise dürfen nur an vorgegebenen Stellen zu Fuß oder mit Fahrzeugen überquert werden. Und selbst wenn es sich um ein stillgelegtes Gleis handeln würde, wissen dies potenzielle Nachahmer ja nicht, die sich so ein Foto möglicherweise zum Vorbild nehmen. Wenn jemand ein Gleis betritt und dabei erwischt wird, muss diese Person mit Konsequenzen rechnen.

In der Regel wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 25 Euro fällig. Wenn eine Betriebsbehinderung eintritt, also wenn ein Zug eine Notbremsung einleiten muss, wird ein Strafverfahren wegen des Verdachtes des gefährlichen Eingriffes in den Schienenverkehr eingeleitet. Hierfür kann man vor dem Jugend- oder Strafrichter zur Verantwortung gezogen werden.

Vor allem bei jungen Mädchen gelten Gleise als Symbol der Freundschaft - nach dem Motto „wir gehen ein Leben lang gemeinsam durchs Leben“. Immer wieder wird die Polizei über solche Fotos informiert, die auf Instagram usw. gepostet werden. Bei Aufklärungsveranstaltungen an Schulen heißt es dann oft: „Ich höre und sehe es doch, wenn ein Zug kommt und kann mich dann in Sicherheit bringen“.

Doch die neuen Züge sind sehr leise, so manches Auto ist lauter. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Models abgelenkt sind und sich auf den Fotografen konzentrieren. Ein Zug, der sich mit 160 km/h nähert, braucht für 100 Meter nur 2,25 Sekunden. Vor ein paar Jahren kam es in der Nähe von Memmingen zu einem tödlichen Unfall, bei dem zwei Mädchen ums Leben kamen.

Bei Fragen zur Bahnsicherheit steht der Präventionsbeamte der Bundespolizei Passau Reinhard Janka unter Tel. 0851/951698-148 gerne zur Verfügung.

Übrigens: Der Fotograf, der beim Fotoshooting auf dem Gleis aktiv war, hat die Bilder nach Bekanntwerden sofort aus dem Netz genommen und auch andere Kollegen auf das Problem aufmerksam gemacht.


0 Kommentare