22.02.2018, 22:12 Uhr

Verkehrs- und Unfallstatistik 1.000er-Marke bei Verkehrsunfällen wieder überschritten

Verkehrserzieher Franz Mayer (li.) und Polizeichef Stephan Goblirsch (re.) erläuterten die aktuellen Zahlen der Verkehrs- und Unfallstatistik. (Foto: Walter Geiring)Verkehrserzieher Franz Mayer (li.) und Polizeichef Stephan Goblirsch (re.) erläuterten die aktuellen Zahlen der Verkehrs- und Unfallstatistik. (Foto: Walter Geiring)

Polizeichef Stephan Goblirsch und Verkehrserzieher Franz Mayer stellten die aktuelle Verkehrsstatistik vor.

SIMBACH AM INN Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten Polizeidienststellenleiter Stephan Goblirsch und Verkehrserzieher Franz Mayer von der Simbacher Polizeiinspektion die aktuellen Zahlen der Verkehrsunfallstatistik vor.

„Leider ereigneten sich im vergangenen Jahr erstmals wieder mehr Unfälle als in den Jahren zuvor“, bedauerte Goblirsch, der anschließend ein umfassendes und detailliertes Zahlenwerk vorstellte.

Gegenüber dem Jahr 2016 (959 Unfälle) stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr auf 1056, was einer Zunahme von fast zehn Prozent entsprach. Im Jahr 2013 sank die Zahl der Verkehrsdelikte unter die 1.000er-Marke, die nun wieder geknackt wurde.

Aus der Statistik geht hervor, dass die Anzahl der Unfälle mit Verletzten mit 113 gegenüber dem Vorjahr (107) nahezu gleich blieb. Leider setzte sich der allgemeine Trend bei den tödlichen Verkehrsunfällen fort.

Hier kam es im Bereich der Polizeiinspektion zu vier tragischen Unfällen, bei dem auch eine Radfahrerin auf der Staatsstraße 2112 und ein Motorradfahrer auf der B 12 starben.

Dass es im südlichen Landkreis Rottal-Inn auch viele Wildunfälle gibt, belegte klar die Statistik. Sie gehören zu den Kleinunfällen und zählten im vergangenen Jahr exakt 581, was 75 Prozent aller Kleinunfälle entsprach. Laut Goblirsch gab es bei den Wildunfällen eine Steigerung auf 106 Unfälle.

Eine Steigerung gab es auch bei den Unfällen mit Sachschaden. Im Bereich der Polizeiinspektion stieg hier die Zahl von 135 im Jahr 2016 auf 147 im Jahr 2017, was einer minimalen Steigerung von neun Prozent entspricht.

Es ist beileibe kein Kavaliersdelikt und die Unfallverursacher werden auch empfindlich bestraft. Gemeint sind die Unfallfluchten, die leider um 20 Prozent anstiegen und sich damit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren finden.

Exakt stieg die Zahl von 102 im Jahr 2016 auf 124 im Folgejahr. Dabei konnten laut Verkehrserzieher Franz Mayer 44 Straftaten von den Beamten aufgeklärt werden. Lob gab es hier für die tatkräftige Mithilfe der Bevölkerung, da sich aufmerksame Zeugen oft das Kennzeichen oder den Fahrzeugtyp merkten.

Hier sind die drohenden Geldstrafen für die Unfallflüchtigen wesentlich höher, als die angerichteten Blechschäden. Vorausgesetzt natürlich, dass sie ordnungsgemäß gemeldet und reguliert wurden. Der Gesamtschaden bei Unfallfluchten betrug allein im letzten Jahr rund 116.000 Euro.

Als positives Beispiel nannte Goblirsch das Verhalten junger Verkehrsteilnehmer, wenn es um Alkohol im Straßenverkehr ging. So waren junge Autofahrer nur sehr selten in Unfälle mit Alkoholeinfluss verwickelt. Dies dürfte laut dem Polizeichef an dem verantwortungsbewussten Umgang mit dem 0,0-Promille-Gesetz und vermutlich auch mit dem begleitenden Fahren mit 17 zusammenhängen.

Bei 14 Unfällen hatten die Unfallverursacher nahezu zwei Promille Alkohol im Blut. Hier ging die Zahl der Unfälle sogar von 17 auf 14 zurück. Zu dieser Gruppe zählten auch Drogenfahrten.

Die Anzahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit stieg von zehn auf 17 im Vorjahr. Bei sieben dieser Unfälle wurden sechs Personen verletzt und ein Fahrzeuglenker getötet. Mit einem Anstieg von 13 auf 15 stiegen auch die Unfälle von motorisierten Zweirädern.

Diese Unfälle hängen laut Goblirsch auch mit der saisonalen Wetterlage zusammen. Weiters wurden in der Statistik Verkehrsunfälle mit Radfahrern, hier stieg die Zahl von 24 auf 29, und Senioren als Hauptunfallverursacher aufgelistet.

Angeführt in der Statistik wurden auch Trunkenheitsdelikte. So mussten sich im vergangenen Jahr 18 Autofahrer verantworten, weil sie mit 1,1 Promille Alkohol im Blut absolut fahruntüchtig waren. Insgesamt 14 Trunkenheitsfahrten konnten verhindert werden. Hier wurden die Fahrer von der Polizei erwischt, als sie sich gerade ans Steuer setzen und wegfahren wollten.

Weiterhin wird laut Mayer die Verkehrsprävention eine wichtige Rolle spielen. Sei es durch Maßnahmen im Kindergarten oder Vorträge mit den Eltern. Maßnahmen wird es auch weiterhin bei Fahranfängern zusammen mit den örtlichen Verkehrswachten geben.


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