18.12.2017, 13:41 Uhr

Mehrere Fälle Polizei warnt vor Anrufen von falschem Polizisten

Polizei warnt vor dubiosen Anrufern, die sich als Polizist ausgeben. (Foto: Holger Becker)Polizei warnt vor dubiosen Anrufern, die sich als Polizist ausgeben. (Foto: Holger Becker)

Ein Mann gibt sich am Telefon als Polizist aus: Nach den Fällen in Pfarrkirchen vom 17. Dezember breitet sich die Anrufmasche inzwischen in Niederbayern aus. Die Polizei warnt davor.

PFARRKIRCHEN Am 17. Dezember erreichten die Polizeiinspektion Pfarrkirchen 28 Anrufe von Pfarrkirchner Bürgern, die allesamt denselben Sachverhalt mitteilten. Gegen 16:20 Uhr habe man einen Anruf von einem sächsisch sprechenden Mann erhalten, der sich als Franz Beck vorstellte und sich als Polizeibeamter der Polizeiinspektion Pfarrkirchen ausgab. Der Anrufer habe mitgeteilt, dass man zwei osteuropäische Männer festgenommen habe, die Mitglied einer Diebesband seien und man habe bei den Männern Zettel mit den Anschriften der nun angerufenen Personen gefunden.

Im Gespräch wurde gefragt, ob sich Wertsachen bzw. Goldmünzen zu Hause befänden, bzw. ob ein Safe vorhanden ist. In manchen Fällen wurde das Telefonat abrupt beendet, nachdem eine Frage mit „Ja“ beantwortet wurde. Als Rufnummer wurde bei dem Telefonat 08561/110 übermittelt.

Die Polizeiinspektion Pfarrkirchen darf in diesem Zusammenhang nochmals eindringlich bezüglich solcher Anrufe warnen. Die angezeigte Anrufnummer ist offensichtlich verfälscht, es handelt sich hierbei um sogenanntes Call-ID-Spoofing. Bei Telefonaten über das Internet werden Telefonnummern verfälscht und dem Angerufenen wird hier eine falsche Nummer angezeigt, die jedoch nicht existent ist. Sinn und Zweck dieser Anrufe sind das Ausforschen von persönlichen Lebens- und Vermögensverhältnissen.

In einigen Fällen dienten diese Anrufe als Vorbereitungshandlung für einen geplanten Einbruch, in anderen Fällen wurden die Angerufenen aufgefordert, ihre Wertsachen sicherheitshalber aus der Wohnung zu verbringen und sie zur Abholung durch die Polizei - hier durch falsche Polizeibeamte - bereitzulegen.

Betreffend derTelefonanrufe gaben die Mitteiler an, keine persönlichen Daten telefonisch weitergegeben zu haben, Schaden entstand bislang keiner. Alle angerufenen Personen waren mit vollständigen Namen und Adresse im Telefonbuch gelistet.

Bezüglich derartiger Anrufe dürfen noch folgende Tipps der Polizei gegeben werden:

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert oder Auskünfte über Ihre Konten haben möchte. Polizeibeamte werden Sie niemals nach Ihren Vermögenswerten oder nach Ihrem Ersparten fragen, bzw. Polizeibeamte werden niemals Bargeld von Ihnen abholen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Polizeibeamter ist. Bei Zweifeln rufen Sie die jeweilige Dienststelle an und lassen Sie sich über die Vermittlung mit dem Beamten verbinden.

Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.


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