27.03.2019, 13:37 Uhr

Polizeistatistik Zahl der Straftaten ging leicht zurück

Zur Besorgnis gibt die Anzahl der bei Einsätzen verletzten Polizeibeamten der Polizei Hauzenberg Anlass. (Foto: 123rf.com)Zur Besorgnis gibt die Anzahl der bei Einsätzen verletzten Polizeibeamten der Polizei Hauzenberg Anlass. (Foto: 123rf.com)

Die polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2018 weist für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Hauzenberg 610 Straftaten aus. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang um 12 Fälle oder um 1,9 Prozent.

HAUZENBERG Die Zahl der ausländerrechtlichen Verstöße an der österreichisch-bayerischen Grenze reduzierte sich im Betrachtungszeitraum um 16 Fälle von 29 auf 13 registrierte Straftaten. Die Folgen der starken Migrationsbewegungen des Jahres 2015 sind nunmehr endgültig abgeebbt. Die nach wie vor hohe Polizeipräsenz an der Grenze und die Grenzkontrollen haben sicherlich einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Auch durch die intensive Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Fachstellen der Kommunen und der verschiedenen Ämter lassen sich viele Problemstellungen bereits im Vorfeld entschärfen.

Die Aufklärungsquote ist primär beeinflusst von den Wahrnehmungen und Mitteilungen der Bevölkerung sowie der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Von den 610 Straftaten konnten 472 geklärt werden. Das entspricht einer rechnerischen Aufklärungsquote von 77,4 Prozent. Bei den ermittelten 406 Tatverdächtigen handelte es sich um 309 Männer und 97 Frauen.

Mit Ausnahme der Rauschgiftkriminalität (54 Fälle, + 5,9 Prozent) sind in den ausgewiesenen Deliktsbereichen teils deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Unter die Gewaltdelikte fallen u.a. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raubdelikte sowie gefährliche und schwere Körperverletzungen. Besonders die Gewaltdelikte haben eine hohe Auswirkung auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Die Polizeiinspektion Hauzenberg ist daher stets bemüht, mit entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken. Neben einer intensiven Ermittlungsarbeit wird besonderer Wert auf verstärkte Polizeipräsenz an den Brennpunkten gelegt.

Nach einem Rückgang im Vorjahr auf 19 Straftaten, verringerte sich die Zahl der Delikte auf 12 Straftaten im abgelaufenen Jahr. Das bedeutet einen signifikanten Rückgang um 36,8 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 83,3 Prozent. Bei den registrierten Gewaltdelikten handelt es sich in 2 Fällen um sexuelle Nötigungen und in 10 Fällen um qualifizierte Körperverletzungen, also Straftaten der gefährlichen und schweren Körperverletzung.

Die Delikte im Eigentumsbereich sind rückläufig. Nach einem Anstieg im Vorjahr reduzierten sich die registrierten Straftaten von 107 auf 101 Diebstähle um 6 Delikte oder um knapp 5,6 Prozent. Damit bewegen sich die Straftaten gegen fremdes Eigentum auf niedrigem Niveau. Die Aufklärungsquote liegt bei guten 48,5 Prozent. Vor allem positiv auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat sich die erneute Entspannung beim Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) ausgewirkt. Im abgelaufenen Jahr musste ein Fall weniger aufgenommen werden, als im Vorjahr (3).

Im Jahr 2018 wurde in 69 Fällen fremdes Eigentum beschädigt. Das bedeutet einen Rückgang um 7 Delikte oder um 9,2 Prozent. Das ist der bislang niedrigste registrierte Wert im Dienstbereich der Polizeiinspektion Hauzenberg. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 39,1 Prozent.

Zu den Vermögensdelikten gehören u.a. Betrug, Urkundenfälschung und Unterschlagung. In diesem Deliktsbereich reduzierten sich die registrierten Straftaten von 105 auf 78 Fälle oder um 25,7 Prozent. Auf den Betrug entfallen knapp zwei Drittel aller Vermögensdelikte. Statistisch gesehen wird jede sechste Betrugsstraftat im Internet begangen. Die Klärung dieser Delikte ist sehr zeitaufwändig und gestaltet sich nicht nur wegen des umfangreichen Ermittlungsaufwandes als sehr schwierig. Die Anforderungen an die ermittelnden Beamten erfordern einen immer höheren Spezialisierungsgrad.

Dem gegenüber steht eine zunehmende Professionalisierung der Täter im Internet. In vielen Fällen ist es nahezu unmöglich, den Tatort zu ermitteln. Ein großes Problem stellen in diesem Bereich die Telefonbetrüger dar. Die Aggressivität mit der diese Täter vorgehen wird immer unverfrorener. Als falsche Polizeibeamte oder hilfsbedürftige Verwandte getarnt versuchen sie alten Menschen das Geld abzuluchsen. Diese sind verunsichert und fallen nicht selten auf diese Machenschaften herein. Es kostet sehr viel Arbeit das Vertrauen in die echte Polizei zurückzugewinnen.

Zur Besorgnis gibt die Anzahl der bei Einsätzen verletzten Polizeibeamten der Polizei Hauzenberg Anlass. Nachdem es in den letzten Jahren zu sehr wenigen Widerstandshandlungen kam, im Jahr 2017 sogar überhaupt keine gab, stieg die Anzahl im Jahr 2018 auf fünf Fälle. Und auch die Wucht, mit der die Kollegen attackiert wurden, war erschreckend. Trotz der aufgrund der zum Teil vorhandenen Vorkenntnisse mit Bedacht geplanten und vorbereiteten Einsätze, ließ sich der körperliche Kontakt nicht vermeiden. Die fünf dabei verletzten Kollegen waren über Tage mit blauen Augen, Schwellungen und Prellungen gekennzeichnet. Glücklicherweise wurde kein Kollege schwerer verletzt und auch der Versuch eines psychisch Kranken schlug fehl, sich durch die eingesetzten Beamten erschießen zu lassen (Suicide by cop).

Und ein weiteres Problem tut sich immer mehr auf. Immer jüngere Kinder bekommen Kommunikationsgeräte, die sie eigentlich noch nicht richtig bedienen können. Bedienen im Sinn von verantwortlichem Umgang. Die Prävention an den Schulen durch die Hauzenberger Polizei in diesem Bereich beginnt mittlerweile in den 4. Klassen. Die Kinder bekommen zur Erstkommunion ihr erstes Smartphone und dann geht es los, ohne Führerschein hinaus in die große weite Welt des Internets, der WhatsApp-Gruppen und der anonymen Plattformen. Die Polizei ermittelt immer mehr im Bereich der strafunmündigen Kinder, weil man den IP-Adressen das Alter ja nicht ansieht. Es werden große Schäden angerichtet, sei es im Bereich des Mobbing oder der Verbreitung von Pornographie und rechtsradikalem Gedankengut.


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