12.07.2018, 20:17 Uhr

MdL Waschler informiert sich Leiter der Bundespolizei Passau gibt Einblick in das Alltagsgeschäft

Von links: EPHK Martin Becker (stellv. Inspektionsleiter), PKin Laura Unger (Pressestelle), MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, PD Stephan Schrottenbaum (Leiter der Bundespolizei Passau) und PK Robert Kerrmann (Rückführdienst). (Foto: Stefanie Starke)Von links: EPHK Martin Becker (stellv. Inspektionsleiter), PKin Laura Unger (Pressestelle), MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, PD Stephan Schrottenbaum (Leiter der Bundespolizei Passau) und PK Robert Kerrmann (Rückführdienst). (Foto: Stefanie Starke)

„Bei der Einreisebefragung bekommen wir häufig kuriose Geschichten zu hören. Hier wird schnell klar: Nicht alle Menschen führen Gutes im Schilde“, so Stephan Schrottenbaum, Leiter der Bundespolizei Passau, bei einem Besuch des Abgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler.

PASSAU Der Abgeordnete hatte sich unter anderem im Rahmen der aktuell laufenden Diskussionen um die Asylpolitik, aber auch vor dem Hintergrund der neu eingeführten Bayerischen Grenzpolizei in Passau über die Arbeit der Bundespolizei Passau informiert. Die Bundespolizei hat im Grenzraum alle Hände voll zu tun, was anhand einer Zusammenstellung der Aufgriffe des letzten Wochenendes verdeutlicht wurde.

„Am Wochenende wurden insgesamt 30 unerlaubte Einreisen festgestellt“, so Schrottenbaum weiter, der die einzelnen Fälle beschreibt und darauf verweist: „Wir sind am Ende der Balkanroute. Ob aus Serbien, Montenegro, Syrien, Afghanistan, aus dem Libanon oder auch Russland – die Menschen wollen aus aller Herren Länder zu uns, aus den unterschiedlichsten Gründen – und die sind nicht immer gut.“ Grundsätzlich lasse sich feststellen, dass sich die Migrationswelle von der Balkanroute auf andere Routen verlagere.

„Wir sind auf einem gleichbleibenden Niveau und es scheint, dass es derzeit in Sachen Migration ruhiger geworden ist. Schleuser sind weiterhin aktiv. Vor allem bei den Lastwagenschleusungen vermutet man eine hohe Dunkelziffer.

Im Rahmen seiner Schilderungen ist es dem Leiter der Bundespolizei ein Anliegen, erneut der Kritik an den seit 2015 laufenden Grenzkontrollen auf der A3 entgegenzutreten: „Unsere Arbeit ist keinesfalls sinnfrei. Zudem kontrollieren wir natürlich nicht ausschließlich auf der Autobahn, sondern flexibel und lageangepasst auch im gesamten Grenzraum. Hier kooperiere man zudem mit den Kollegen der Bayerischen Landespolizei. „Mit der Polizeiinspektion Fahndung arbeiten wir sehr gut zusammen. Es ist ein gutes Miteinander, denn uns allen geht es um die Sache“, betont der Leiter der Bundespolizei und unterstreicht damit seinen Wunsch, dass dies auch so mit der neu installierten Bayerischen Grenzpolizei weiterlaufe.

Eines möchte der Leiter der Bundespolizei Passau deutlich klarstellen:„Die derzeit laufenden Zurückweisungen sind nur möglich, weil wir die Grenzkontrollen haben.“

Die Bundespolizei Passau hofft im Zusammenhang mit ihrer Arbeit auf die baldige Fertigstellung der JVA in Passau. „Wir benötigen zur Durchführung von Zurückweisungen und Abschiebungen dringend freie Haftplätze“, macht auch EPHK Martin Becker, der stellvertretende Inspektionsleiter der Bundespolizei Passau, deutlich.

Was die personelle Ausstattung im eigenen Haus angehe, könne man sich nicht beklagen: „Auch nächstes Jahr sollen wir am Standort Passau wiederum Verstärkung bekommen“, so Schrottenbaum, versehen mit dem Zusatz, dass sich allein im kommenden Herbst bundesweit rund 8.000 Polizeianwärter in der Ausbildung befinden werden – „die zusätzlichen Kräfte stehen also in den Startlöchern.“

MdL Waschler begrüßt die Zusammenarbeit der Bundes- und Landespolizei auf sämtlichen Ebenen: „Damit gewährleisten wir eine Verstärkung der Sicherheitsstruktur im gesamten Land“, ist der Abgeordnete überzeugt und dankt der engagierten Arbeit der insgesamt knapp 450 Kräfte, die für die Bundespolizei Passau in unserer Region im Einsatz sind.


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