02.05.2018, 13:11 Uhr

Gefährlicher Leichtsinn Unbekannte legen Gegenstände und kleinen Baum in Bahngleise

(Foto: fotohobi/123RF)(Foto: fotohobi/123RF)

Am Dienstagmittag, 1. Mai, meldete ein Mitarbeiter der Iltztalbahn dem Bundespolizeirevier in Freyung, dass auf der Bahnstrecke von Freyung nach Passau vermutlich durch Kinder oder Jugendliche mehrere Schottersteine und Metallteile zwischen Gleis, Weichen und Sicherungsschiene gelegt wurden.

PASSAU Die Weichen waren nicht mehr funktionsfähig. Diese Feststellungen machte der Mitarbeiter am Vortag während einer Kontrollfahrt, glücklicherweise kam es zu keinem Unfall. Bei einer Zugfahrt hätte es zu einer Entgleisung kommen können. 

Um 17 Uhr meldete der Mitarbeiter der Bundespolizei erneut Gegenstände im gleichen Bahnabschnitt, diesmal wurde ein abgesägter, kleiner Baum quer über die Schiene gelegt (siehe beigefügtes Foto der Bundespolizei).

Der Mitarbeiter der Ilztalbahn informierte die Bundespolizei, dass er in jüngster Vergangenheit mehrere ähnliche Vorfälle auf der Bahnstrecke festgestellt hat. Die Ermittler der Bundespolizei können den letzten Vorfall auf einen Tatzeitraum am 1. Mai von 10.45 Uhr bis 16.15 Uhr eingrenzen.

Die Bundespolizeiinspektion Passau ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffes in den Schienenverkehr und bittet Zeugen, die Beobachtungen in der Nähe der Eisenbahnbrücke über die B 85 gemacht haben, sich bei der Bundespolizeiinspektion Passau unter der Telefonnummer 0851 / 95 16 98 - 0 zu melden.

Die Bundespolizei warnt:

Steine auf Gleise zu legen, ist kein harmloser Zeitvertreib, sondern ein lebensgefährliches Spiel. Moderne Züge sind schnell, leise und dadurch erst sehr spät zu sehen und hören. Niemand darf sich darauf verlassen, dass er einen herannahenden Zug rechtzeitig bemerkt - zu oft werden Bundespolizisten mit tragischen Unfällen konfrontiert, die genau durch dieses falsche Selbstvertrauen provoziert wurden. Schnelles Anhalten beim Erkennen eines Menschen auf dem Gleis ist für einen Triebfahrzeugführer so gut wie ausgeschlossen: Der Bremsweg auf der Schiene beträgt bis zu 1.000 Meter!

Von einem Zug überfahrene Steine bilden scharfkantige Splitter, die wie bei einer Explosion unkontrolliert umherfliegen und schwere Verletzungen verursachen können. Durch das Zermalmen von Schottersteinen entstehen zudem in aller Regel sowohl am Radreifen des Zuges als auch am Schienenkopf selbst sogenannte Eindruckspuren. Dies kann einen kostenaufwändigen Radsatztausch bzw. einen Austausch des betroffenen Schienenstückes notwendig machen. Im schlimmsten Fall können Züge beim Überfahren der Steine oder anderer Gegenstände sogar entgleisen.

Auch außerhalb der Schienen droht durch die Sogwirkung schnell vorbeifahrender Züge Gefahr. Menschen können vom Luftwirbel mitgerissen werden. Besonders gefährdet sind Kinder, weil sie ihre Umwelt anders wahrnehmen als Erwachsene: Im Spiel vertieft, vergessen sie leicht, auf ihre Sicherheit zu achten.

Die Bundespolizei bittet in diesem Zusammenhang insbesondere alle Eltern, auf ihre Kinder und Jugendliche einzuwirken, sich von den Gleisen fernzuhalten und die Bahnanlagen – dazu zählen nicht nur die Schienen und Bahnbrücken, sondern auch der Bahndamm - nicht als Abenteuerspielplatz zu missbrauchen. Gerade Eisenbahnbrücken sind besonders gefährlich, da hier ein schnelles Verlassen der Gleise bei einem herannahenden Zug oftmals nicht mehr möglich ist. 

Wer sich unbefugt im Gleisbereich aufhält bzw. Gleise an einer nicht dazu vorgesehenen Stelle überschreitet, begibt sich nicht nur in Gefahr, sondern begeht auch eine Ordnungswidrigkeit. Nach der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung kann dies mit 25 Euro Verwarngeld geahndet werden.


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