05.04.2018, 09:10 Uhr

Verkehrs- und Kriminalstatistik 2017 Anstieg der Unfälle im Dienstbereich Hauzenberg


Das abgelaufene Jahr 2017 zeigt sich für den Verantwortungsbereich der Polizeiinspektion Hauzenberg aus statistischer Sicht gespalten. Einer weiterhin sich positiv entwickelnden Kriminalstatistik steht ein massiver Anstieg in der Unfallstatistik entgegen.

HAUZENBERG Im Kriminalitätsbereich sank die Anzahl der Straftaten erneut von 632 auf 593 Delikte. Auch wenn hier die 29 Aufenthaltsdelikte – wie illegale Einreise und Aufenthalt – aufgrund der sonst nur schwerlich möglichen Vergleichbarkeit im Zuge der Flüchtlingswelle herausgerechnet sind, eine historisch niedrige Zahl. Die nach wie vor hohe Polizeipräsenz an den Grenzen und die Grenzkontrollen haben sicherlich einen großen Anteil an dieser Entwicklung.

Aber auch die immer besser werdenden Sicherheitskonzepte der Veranstalter, die von den Kommunen mittlerweile flächendeckend eingefordert werden, tragen ihr Übriges dazu bei. Nach wie vor werden 3 von 4 Straftaten geklärt. Die Aufklärungsquote beträgt 76,9 Prozent. Erfreulich ist der Rückgang bei den qualifizierten Körperverletzungen. Sie verringerten sich um ein Viertel, von 21 auf 16 Delikte. Nach der sehr geringen Zahl an Diebstahlsdelikten im Jahr 2016 haben sich diese 2017 um 20 Prozent von 90 auf 107 erhöht. Dies liegt aber immer noch weit unter den Werten der Vorjahre.

Die Sachbeschädigungen sind auf 76 Delikte zurückgegangen, dem niedrigsten Wert der letzten 5 Jahre. Im Bereich der Drogendelikte ist ein Rückgang um ein Drittel von 76 auf 51 Delikte festzustellen. Erschreckend dabei aber ist, dass die Anzahl der Neukonsumenten wieder stetig zunimmt. Drogenkonsum ist wieder in.

Im Verkehrsbereich ist dagegen ein Anstieg der Unfallzahlen von 707 auf 876 zu verzeichnen. Ein historisch hoher Wert. Ein hoch interessantes Ergebnis. Dem gegenüber steht im gleichen Zeitraum die fast Halbierung der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen. Sicherlich auch ein Verdienst der Unfallkommissionen, deren Wirken immer eher im Hintergrund bleibt.

Eine Arbeit, die hier aber einmal ausdrücklich vorgestellt und gewürdigt werden soll. Seit der Einführung der Unfallkommissionen im Jahr 2000 sind die schweren Unfälle insbesondere auf außerörtlichen Straßen deutlich zurückgegangen. Auch im Zuständigkeitsbereich der PI Hauzenberg ist dies in der Unfallentwicklung deutlich erkennbar. Der volkswirtschaftliche Nutzen der ausgeführten Maßnahmen übersteigt deren Kosten um mehr als das Zwölffache. 

Die Unfallkommission, bestehend aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Straßenbaubehörde und der Polizei haben lokale Unfalluntersuchungen nach § 44 StVO durchzuführen. Die Kommissionen analysieren erkannte Unfallhäufungen mit dem Ziel, ortsbezogene Mängel aufzudecken und – falls erforderlich – Abhilfemaßnahmen einzuleiten. 

Basis jeder örtlichen Unfalluntersuchung sind die von der Polizei erhobenen Verkehrsunfalldaten. Alle drei Jahre werden die Unfälle nach festgelegten Kriterien zu unfallauffälligen Straßenbereichen zusammengefasst. Obwohl diese Stellen zusammen nur vier Prozent des Straßennetzes einnehmen, liegt darin etwa ein Drittel aller schweren Unfälle. In den vergangenen zehn Jahren haben die bayerischen Unfallkommissionen dafür gesorgt, dass an rund 2.900 unfallauffälligen Straßenbereichen 7.700 Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 430 Millionen Euro verwirklicht wurden. Diese meist im Hintergrund, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene enorm wichtige und zeitaufwändige Verkehrssicherheitsarbeit, hat auch im Zuständigkeitsbereich der PI Hauzenberg erkennbar dazu beigetragen, die Zahl der Verletzten trotz der stetig steigenden Unfallzahlen in den letzten 40 Jahren fast zu halbieren. Natürlich trägt auch hier der im Fahrzeugbau ständig fortschreitende hohe Sicherheitsstandard dazu bei. 

Den massiven Anstieg der Unfallzahlen im Jahr 2017 bewirkt besonders die Zahl der Unfälle mit Sachschaden und Anzeige (Strafanzeige oder Bußgeldanzeige). Diese hat um 64 Prozent zugenommen.Besonders negativ sticht hier die Anzahl der Unfallfluchten heraus.Diese stieg von 88 im Jahr 2016 auf 134 im Jahr 2017 (+ 52 Prozent)Einen großen Anteil an diesen Unfallfluchten haben die sog. „Spiegelstreifer“. Von 43 Unfällen im Begegnungsverkehr haben sich 26 Unfallverursacher unerlaubt von der Unfallstelle entfernt.

Es ist festzustellen, dass anscheinend die vorgegebenen Straßenbreiten, vor allem auf Kreisstraßen, nicht mehr den Anforderungen insbesondere der Fahrzeugbreite der neuen Fahrzeuggeneration genügen. Eine große Herausforderung für die Zukunft.Die Unfälle mit Personenschaden bewegten sich im Rahmen der Vorjahre. 2016 gab es 90 und 2017 insgesamt 91 Unfälle mit Verletzten. Die Anzahl der Getöteten blieb mit 2 Personen gleich.


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