23.11.2017, 14:03 Uhr

Emotionale „Klarstellung“ Mutter kämpft um Ehre des Sohnes – mit Zeugenaufruf via Facebook


18-Jähriger leidet unter Folgen eines unverschuldeten Unfalls – FB-Aufruf an Fahrerflüchtigen

JOHANNISKIRCHEN/AUNKIRCHEN „Wenn es um meine Kinder geht, werde ich zur Löwin!“ – sagt Manuela Görike aus Johanniskirchen (Rottal-Inn). Dass dies keine hohle Phrase ist, bewies die 43-Jährige vorige Woche via Facebook.

Am Abend des 14. November verunglückte ihr Sohn Marcel mit seinem Mazda in Schwanham bei Aunkirchen. Das Auto, in dem auch eine 19-jährige Arbeitskollegin aus Passau saß, überschlug sich mehrfach, die Insassen kamen aber dafür relativ glimpflich verletzt davon.

Fast schlimmer als die körperlichen Schäden sind andere Nachwirkungen: Zum einen ist das vom Munde abgesparte Auto ein Totalschaden, der Azubi mit kleinem Gehalt kann sich eigentlich kein anderes leisten. Und dann ist noch die (üble) Nachrede, nachdem die Darstellung des Unfalls mittels veröffentlichter Polizeimeldung ein schlechtes Licht auf den 18-jährigen Fahrer wirft.

„Er konnte sich anhören, ob er denn zu schnell dran gewesen wäre oder gar etwas getrunken habe“, entrüstet sich Mutter Manuela im Gespräch mit der PaWo. „Dabei ist mein Sohn sehr vernünftig, der hat noch nicht mal an seinem 18. Geburtstag Alkohol getrunken, weil er selbst mit seinem Auto heimfahren wollte!“ Zum Unfall meldete die Polizei: „Im Ortsteil Schwanham geriet der Pkw auf das rechte Bankett. Anschließend verlor der 18-Jährige die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam links von der Fahrbahn ab. Vom linken Straßengraben schleuderte der Pkw zurück über die Straße und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich und blieb im rechten Straßengraben liegen.

Dies ärgerte Mutter Manuela dermaßen, dass sie eine „Klarstellung“ auf Facebook veröffentlichte, verbunden mit einem Zeugenaufruf, denn: „Mein Sohn hat mir erzählt, es sei ihm in der Kurve ein Auto auf seiner Seite entgegengerast, zudem hatte es das Aufblendlicht eingeschaltet“, so die Mutter. Ihr Sohn sei geblendet geworden, habe zudem nach rechts gelenkt aus Angst, so sei es erst zu dem Unfall gekommen!

Und für diesen sucht(e) Mama Manuela Zeugen über Facebook, ihr emotionaler Aufruf, mit dem sie die Ehre ihres Sohnes wiederherzustellen versucht, wurde dabei von über 1.300 anderen Facebook-Usern geteilt!

Wir suchen Zeugen, die gestern Abend gegen ca. 19:45 den Unfall zwischen Aunkirchen und Schwanham (Richtung Beutelsbach) gesehen oder wahrgenommen haben. (…) An den Fahrer:  Wenn du Anstand hast, melde dich. Du bist mit überhöhter Geschwindigkeit und Fernlicht unterwegs gewesen. (Richtung Schwanham). Außerdem hast du zwei junge Menschen, nachdem sie sich mehrfach überschlagen haben, ohne Hilfe zurückgelassen. 

ES WAR UNSER SOHN UND SEINE ARBEITSKOLLEGIN!!!!

Tatsächlich habe sich auf den Aufruf ein Zeuge gemeldet, der etwa aus 500 Meter den Unfall beobachtet hätte und die Darstellung des Sohnes bestätige, laut Mutter Manuela.

Bis Montag konnte der Zeuge aber laut Manuela Görike nicht von der Polizei vernommen werden: „Zum Unfall kamen nämlich Polizisten aus Griesbach, mein Sohn war da schon ins Krankenhaus unterwegs. Und die Vilshofener Polizisten haben mir am Telefon mitgeteilt, sie hätten noch keinen Sachbearbeiter eingeteilt!“ Die Polizeiinspektion Vilshofen erklärte auf PaWo-Anfrage, dass natürlich in „alle Richtungen“ ermittelt werde!


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