27.11.2019, 11:29 Uhr

Betrugsmasche Polizei warnt vor neuer Masche mit Rubbellosen in Zeitungen

Rubbellose wie dieses haben die Betrüger verteilen lassen. (Foto: Schmid)Rubbellose wie dieses haben die Betrüger verteilen lassen. (Foto: Schmid)

Die Kreativität Krimineller kennt keine Grenzen: Mit einem neuen Trick versuchen Betrüger, an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Über Zeitungen verteilen die Betrüger Rubbellose, um sich den vermeintlichen Gewinn auszahlen zu lassen. Es sind jedoch Gebühren wie angebliche Notarkosten im Voraus fällig. Sind diese erst einmal überwiesen, fällt die angekündigte Ausschüttung aus, warnt die Polizei Niederbayern. Auch im Wochenblatt lagen die Rubbellose bei.

DINGOLFING/MÜHLDORF Polizeisprecher Günther Tomaschko erklärt die Masche: Es würden bei drei gleichen freigerubbelten Symbolen 100.000 Euro, mindestens jedoch ein „Überraschungsgewinn“ versprochen. Auf den Rubbellosen sei außerdem eine Gratis-Hotline aufgedruckt. Ist man ein vermeintlicher Gewinner und ruft die Hotline am, wird man durch geschickte und durchaus professionelle Gesprächsführung dazu aufgefordert, fällige Gebühren im Voraus zu entrichten. Das Opfer wird aufgefordert, sogenannte PaySafe-Karten zu erwerben und die Codes den Betrügern zu übermitteln. Die Betrüger erhalten das Geld, der Betrogene geht leer aus. Hinter den Tätern vermutet man „Call-Center-Betrüger“, welche aus solchen Centern heraus mit den Kunden telefonieren. Oftmals operieren diese Betrüger aus der Türkei, wie der Sprecher auf Nachfrage vermutet.

Solche Lose sind bereits häufiger erschienen. Aufmerksam darauf wurde die Polizei nun jedoch, als sich am Dienstag ein Opfer aus dem Raum Dingolfing bei der Polizei meldete, wie Tomaschko berichtet. Dabei wurde eine Frau aus dem Raum Dingolfing aufgefordert, mehrere hundert Euro per PaySafe-Karten an die Betrüger zu übermitteln. Das Geld war danach „futsch“ sagt der Sprecher. Besonders trügerisch ist, dass die Lose Zeitungen beigelegt worden sind.

Auch im Wochenblatt waren die Lose verteilt worden. Die Geschäftsleitung des Wochenblatt-Verlages warnt ausdrücklich davor, an dem augenscheinlichen Gewinnspiel teilzunehmen.

Die Polizei empfiehlt, die Lose ungeöffnet zu vernichten. Ersten Erkenntnissen nach sollen mehrere tausend Lose an Haushalte in der Region verteilt worden sein.

In eigener Sache: Wir bedauern den Vorfall. Die Verlage sind in solchen Fällen selbst Opfer solcher Betrüger. Ihnen fehlt grundsätzlich die Möglichkeit, die Seriosität solcher Gewinnspielaktionen zu überprüfen.


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