07.06.2018, 11:33 Uhr

Randale im Asylbewerberheim Wegen illegal angeschlossener Kühlschränke krachte es in Waldkraiburg

(Foto: tb21)(Foto: tb21)

Am Mittwoch, 6. Juni, kam es in der Asylbewerberunterkunft Waldkraiburg zu mehreren Auseinandersetzungen, die nur mit einem erheblichen Polizeieinsatz zu bewältigen waren. Dabei wurden fünf Personen verletzt, davon ein 29-jähriger Bewohner schwer. Weil illegal angeschlossene Kühlschränke entfernt wurden, kam es zum Streit. Als eine Asylbewerberin verlegt werden sollte, eskalierte die Situation. Polizeivizepräsident Pickert: „Wir werden Gewaltexzesse in keinster Weise dulden“.

WALDKRAIBURG Auf Anordnung der Regierung von Oberbayern sollten am Vormittag illegal angeschlossene Kühlschränke in den Zimmern der Einrichtung durch die Leitung der Einrichtung und den Sicherheitsdienst entfernt werden. Eine 24-jährige Bewohnerin war offensichtlich damit nicht einverstanden und sorgte gemeinsam mit weiteren Bewohnern für erhebliche Unruhen in der Unterkunft. Diese konnten zunächst mit Unterstützung der benachbarten Dienststellen beruhigt werden.

Aufgrund dieses Vorfalls sollte die 24-Jährige in eine andere Einrichtung verlegt werden. Nachdem sie am Nachmittag Kenntnis davon erhielt, kam es zu einer aufgebrachten Stimmung und massiven Ausschreitungen. Die eingesetzten Polizeibeamten wurde u.a. mit Steinen und Flaschen angegriffen. Es kam dabei zu verschiedenen Sachbeschädigungen innerhalb der Einrichtung, ein Feueralarm wurde offensichtlich mutwillig ausgelöst. Mit starken Polizeikräften des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei gelang es schließlich, die Lage zu befrieden. Die 24-jährige Bewohnerin wurde mit richterlicher Bestätigung in Gewahrsam genommen.

Am Abend heizte sich die Stimmung unter den Bewohnern erneut auf und es kam zu massiven Auseinandersetzungen, bei denen auch Messer verwendet wurden. Ein 29-jähriger Bewohner musste mit einer Stichverletzung am Oberkörper in ein Krankenhaus geflogen werden. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitte eine Schnittwunde am rechten Arm, ein weiterer blieb nur auf Grund der getragenen Schutzweste unverletzt. Drei Bewohner mussten mit leichten Verletzungen ambulant behandelt werden.

Unter Führung des Polzeipräsidiums Oberbayern Süd gelang es schließlich mit zahlreichen Einsatzkräften der umliegenden Dienststellen, des Polizeipräsidiums München, der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei, die massiven Auseinadersetzungen zu beenden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Mühldorf zum genauen Ablauf der Auseinandersetzungen und zum versuchten Tötungsdelikt dauern an. Ein mutmaßlicher Tatverdächtiger konnte festgenommen werden, drei weitere Bewohner wurden vorläufig in Gewahrsam genommen.

Harald Pickert, Polizeivizepräsident Oberbayern Süd: „Für uns hat der Schutz der überwiegend friedlichen Bewohner der Unterkunft oberste Priorität. Deshalb werden wir Gewaltexzessen, wie am gestrigen Abend in Waldkraiburg, in keinster Weise dulden. Wir setzen alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen und personellen Mittel ein, um diese zu unterbinden. Dieser Einsatz hat gezeigt, dass durch das Zusammenziehen vieler Polizeikräfte eine komplexe Einsatzlage bewältigt werden konnte. Die schnelle und unbürokratische Unterstützung unserer Kräfte durch Bereitschaftpolizei, Bundespolizei und der benachbarten Präsidien sowie die hohe Einsatzbereitschaft aller Polizeibeamten und des Sicherheitsdienstes waren vorbildlich. In engem Austausch mit der Regierung von Oberbayern werden wir das weitere Vorgehen in der Unterkunft in Waldkraiburg abstimmen.“

(Foto: Polizeipräsidium Obb. Süd)

Die Kriminalpolizei Mühldorf übernahm unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen zu den Ausschreitungen, in einem Fall wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Wir haben bereits mehrfach über die Vorfälle in Waldkraiburg berichtet. Hier geht es zum ersten Artikel mit Fotostrecke vom Einsatz.


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