20.04.2020, 09:43 Uhr

Anhaltende Trockenheit Ein Funke genügt für eine Katastrophe


Mit einer eindringlichen Warnung richtet sich ein Feuerwehr-Kommandant aus dem Landkreis Landshut an die Öffentlichkeit: „Ein Funkenflug kann derzeit verheerende Folgen haben“, sagt Martin Eggl. In Vilsheim hatten er und seine Kameraden am Samstag ein Inferno gerade noch verhindert.

Landshut. Es ist eine Katastrophe, die sich gerade abspielt. Es ist allerdings eine, die wegen der Corona-Krise derzeit kaum wahrgenommen wird. Im April gab es praktisch keinen Niederschlag, es herrscht eine außergewöhnliche Dürre. In Vilsheim hätte das am vergangenen Wochenende fast katastrophale Folgen gehabt.

Dort hatte eine Frau das schöne Wetter für Gartenarbeit am Vormittag genutzt. Mit einem Gasbrenner war sie gerade dabei, Unkraut zu entfernen, als das Unheil blitzschnell seinen lauf nahm. Denn plötzlich stand die etwa zehn Meter hohe Hecke des Anwesens in Flammen. Innerhalb kürzester Zeit schossen die Flammen „meterweit in die Höhe“, wie die Polizei Vilsbiburg berichtet. Zwar versuchte der Ehemann der Frau, die Flammen zu löschen. Mit dem Gartenschlauch kämpfte er aber auf verlorenem Posten. Insgesamt sieben Feuerwehren – aus Vilsheim, Altfraunhofen,Ast, Gundihausen, Münchsdorf, Tiefenbach und Landshut – mussten wegen der brennenden Hecke alarmiert werden, um die Flammen zu bekämpfen. Sogar eine Drehleiter war im Einsatz. Das Feuer drohte auf das Einfamilienhaus überzugreifen. Glück für die Vilsheimerin und ihren Ehemann: Die Feuerwehren konnten ihr Haus retten. Es blieb bei einem Schaden von fast 4.000 Euro.

Angesichts der Dramatik des Einsatzes warnt der Vilsheimer Kommandant allerdings: „Den Leuten ist nicht bewusst, wie trocken unsere Natur derzeit ist. “ Für die Feuerwehren sei das, zusätzlich zur Corona-Krise, in der jeder Einsatz mit einer Atemschutzmaske gefahren werden muss, eine zusätzliche Belastung. „Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe , ein Funke beim Anzünden eines Grills oder auch das Unkrautvernichten mit einem Brenner kann verheerende Folgen haben“, so Eggl.

Noch höher als in Vilsheim fiel der Schaden in einem Waldstück bei Baierbach aus. Dort brannten 1.000 Quadratmeter Wald nieder. Auch dort ist dem raschen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Was hier die Brandursache war, wird derzeit von der Kriminalpolizei untersucht. Ein wieder aufgeflammtes Wiedfeuer, wie es zunächst gemeldet worden war, soll aber nicht dir Ursache gewesen sein.


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