10.02.2020, 20:01 Uhr

400 Einsätze der Feuerwehr Sabine trifft Landshut mit voller Wucht


Orkan „Sabine“ hat Stadt und Landkreis Landshut am Montagvormittag mit voller Wucht getroffen. Für Feuerwehr, THW und Polizei bedeutete das Schwerstarbeit. Rund 400 Einsätze gab es bis in die Abendstunden. Dabei kam es auch zu gefährlichen Situationen.

Landshut. Bezogen auf die Einsatzzahlen gehört „Sabine“ damit zu den schwersten Stürmen der letzten 20 Jahre. Die extremsten Böen erwischten Landshut mit Durchzug der Kaltfront zwischen 7.30 und 8.30 Uhr, aber auch danach kam es immer wieder zu heftigen Böen. Das machte die Einsätze für die Feuerwehr gefährlich. Ein Feuerwehrmann quetschte sich im Einsatz die Hand. Zwei Feuerwehrautos wurden im Einsatz beschädigt.

Gleich zu Beginn der Einsatzserie kam es zu einer brenzligen Situation. Ein Feuerwehrauto war durch umgestürzte Bäume eingekeilt worden. Als ein weiterer Baumwipfel abbrach verfehlte er nur knapp das Auto einer Mutter, die mit ihrem Kind unterwegs war. Der Baum traf stattdessen das Feuerwehrfahrzeug, dass dabei massiv beschädigt wurde.

Gefährlich war es auch in der Landshuter Altstadt. Von mehreren Gebäuden, dazu gehörte auch die Martinskirche, flogen Dachpfannen in die Fußgängerzone sowie die angrenzenden Gassen. Durch die Einsatzkräfte wurden viele Gefahrenstellen beseitigt, teilweise waren auch großräumige Sperren erforderlich. „Ansonsten war das komplette Stadtgebiet von Landshut von umstürzenden Bäumen, abgedeckten Dächern, abgerissenen Gebäudeteilen und sonstigen umherfliegenden Teilen betroffen“, heißt es in einer Meldung der Feuerwehr.

Vor allem die auf Wohnhäuser gestürzten Bäume als auch über Straßen überhängende Bäume mussten dabei teils in mühevoller und langwieriger Kleinarbeit zurückgeschnitten werden, um so keine weiteren Schäden zu verursachen. Außerdem wurden auch Dachziegel der Hofberger Wache abgedeckt und mussten über die Drehleiter gesichert werden.

Im Landshuter Osten sowie im Bereich Münchnerau/Gündlkofen wurden zahlreiche Zufahrtsstraßen zu einzelnen Gehöften und Weilern durch umgestürzte Bäume versperrt. Diese konnten zum Teil nur mit schwerem Gerät, mit Radladern und Kränen des Technischen Hilfswerks, beseitigt werden.

Zusätzlich zu den Orkaneinsätzen kam es noch zu einem Brand in einem Spänebunker eines landwirtschaftlichen Anwesens in Haag bei Landshut. Dieser konnte von Atemschutzträgern gelöscht werden. Anschließend wurde der Spänebunker und die Förderschnecke geräumt. Eine Gefahr für Tiere, Stallungen und Wohnhaus bestand nicht.

Auf der A 92 im Westen der Stadt kippte ein Lkw um und blockierte die Fahrbahn. Ein weiterer Klein-LKW stürzte im Bereich der Autobahnzufahrt Landshut West in den Graben.

Als hätten die Retter nicht schon genug mit dem Sturm zu tun, mussten sie sich auch noch mit einem rücksichtslosen Autofahrer auseinandersetzen. Als die Feuerwehr „Am Graben“ einen Baum beseitigen musste, wollte ein älterer Verkehrsteilnehmer die Gefahrenstelle trotz Absperrung passieren. Er hupte mehrmals und forderte die Einsatzkräfte auf, Platz zu machen, weil er nach Hause müsse. Beruhigen ließ sich der Mann nicht. Er gab plötzlich Gas und touchierte einen Feuerwehrmann leicht am Arm. Den Mann erwartet jetzt eine Anzeige.

Da viele Einsätze nur mittels Drehleitern abgearbeitet werden konnten, wurde die Landshuter Feuerwehr von der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ergolding sowie dem Teleskopmast der BWW Werkfeuerwehr Landshut unterstützt. Ebenfalls den ganzen Tag war das Technische Hilfswerk (THW) Landshut mit im Einsatz.

Im Einsatz waren alle Löschzüge der Landshuter Feuerwehr mit gut 150 Kräften. Dazu kamen rund 45 Kräfte des Landshuter THW sowie etliche Kräfte des BRK Landshut, die an der Feuerwache Münchnerau sowie in der Hauptfeuerwache für die Verpflegung der Einsatzkräfte gesorgt haben. Die Kreiseinsatzzentrale war seit etwa 5.30 Uhr morgens voll besetzt.

„Die Landshuter Feuerwehr möchte sich an dieser Stelle schon einmal bei allen Feuerwehren des Landkreises, beim BRK, bei der Polizei sowie beim THW Landshut für die Unterstützung im Stadtgebiet bedanken. Die Zusammenarbeit funktionierte stets hervorragend“, heißt es in dem Pressebericht der Feuerwehr.


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