06.01.2020, 12:23 Uhr

Einfach tierisch Schon wieder Kuh auf der Flucht! Tempolimit auf der Kreisstraße


Im Februar letzten Jahres sorgte Kalb „Büxi“ für Schlagzeilen, weil es sich monatelang nicht einfangen ließ. Jetzt ist man im Zuständigkeitsbereich der Polizei Vilsbiburg schon wieder auf der Jagd nach einem Ausbrecher-Rind.

LANDKREIS LANDSHUT Im Februar letzten Jahres sorgte Kalb „Büxi“ für Schlagzeilen, weil es sich monatelang nicht einfangen ließ. Jetzt ist man im Zuständigkeitsbereich der Polizei Vilsbiburg schon wieder auf der Jagd nach einem Ausbrecher-Rind.

Seit knapp zwei Wochen gilt auf der Kreisstraße Landshut 1 ohne zunächst ersichtlichen Grund zwischen Margarethen und Hasenreit ein Tempolimit von 70 Kilometern in der Stunde. Außerdem wird vor einer Gefahrenstelle gewarnt. Welche Gefahr das sein soll, wird aber erst auf Nachfrage bei der Polizei in Vilsbiburg klar.

Dort bestätigte am Montag ein Sprecher: „Seit zwei Wochen ist dort eine Kuh abgängig, die sich nicht einfangen lässt.“ „Büxi 2.0“ also. Laut Auskunft der Polizei versuche man jetzt, das Tier am Rand eines Waldrandes anzufüttern, um es dann mit einem Betäubungsgewehr zur Strecke zu bringen. Noch am Sonntagnachmittag soll das Tier laut Augenzeugen in Seelenruhe am Waldrand bei Margarethen gegrast haben. Vom an der Kreisstraße vorbeirauschenden Verkehr habe sie sich dabei nicht stören lassen. Einige Verkehrsteilnehmer sollen sogar Fotos von sich und der Kuh geschossen haben. Sie scheint also friedlich zu sein und ihre Freiheit zu genießen, die Ausbrecher-Kuh.

Bei der Polizeiinspektion Vilsbiburg hat man bereits Erfahrung mit freiheitsliebenden Rindviechern. Vor Monaten hatte das Kalb „Büxi“, das von einem Bauernhof bei Geisenhausen stammte, die Ordnungshüter auf Trab gehalten. Sogar mit einem Hubschrauber hatte man versucht, das Tier, das beim Umladen entwischt war, auf die Spur zu kommen – zunächst mit wenig Erfolg.

Erst einem pensionierten Polizeibeamten aus dem Rottal, einem passionierten Jäger, war es schließlich gelungen, die Kuh, die mittlerweile als verwildert und aggressiv galt, mit einem Betäubungsgewehr zur Strecke zu bringen.

„Büxi“ wurde dann auf Gut Aiderbichl gebracht. Auf dem Gnadenhof teilte sie ihr Gnadenbrot mit Kuh Yvonne, die 2011 von der Schlachtbank geflohen war und sich ebenfalls monatelang in einem Waldstück bei Mühldorf versteckt hatte. Im September 2019 starb Yvonne. Seitdem ist Büxi ganz alleine in Aiderbichl bei Deggendorf. Es sieht aber ganz danach aus, als würde sie bald wieder Gesellschaft aus ihrer alten Heimat bekommen.


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