19.03.2019, 06:38 Uhr

Bilanz 2018 Gasflaschen, Brände, 12 Tote – ein ganz normales Katastrophenjahr

Die Arbeitsbelastung der Feuerwehr war im Jahr 2018 hoch. Auch das Jahr 2019 begann mit jeder Menge Arbeit, wie zum Beispiel hier beim Brand im City Center Landshut.Foto: Grießer  (Foto:  Tobias Grießer)Die Arbeitsbelastung der Feuerwehr war im Jahr 2018 hoch. Auch das Jahr 2019 begann mit jeder Menge Arbeit, wie zum Beispiel hier beim Brand im City Center Landshut.Foto: Grießer (Foto: Tobias Grießer)

Die Zahl der Einsätze der Landshuter Feuerwehr ist geringfügig zurückgegangen. Statt 1.161-mal musste sie im letzten Jahr „nur“ 1.133-mal ausrücken. Das war es dann aber auch schon mit den guten Nachrichten in Sachen Arbeitspensum für die ehrenamtlichen Retter. Tatsächlich ist die Belastung der Einsatzkräfte in der Bezirkshauptstadt im letzten Jahr massiv angestiegen. Der ehrenamtliche Dienst an der Gesellschaft ist ein Knochenjob.

LANDSHUT 11.225 Arbeitsstunden wurden 2018 abgeleistet. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es noch 9.972 gewesen. „Das wird zur traurigen Routine“, so der Sprecher der Landshuter Feuerwehr, Dominik Zehatschek, zu den vielen großen Einsätzen des letzten Jahres auf der Jahrespressekonferenz der Feuerwehr am Montag.

„Das Jahr 2018 brachte für die Landshuter Feuerwehr überdurchschnittlich viele komplizierte, personalintensive und teilweise langwierige Einsätze mit sich“, so Zehatschek. An erster Stelle steht dabei ein Einsatz auf dem Grundstück der künftigen Feuerwache Siedlung. Auf dem ehemaligen Schrottplatzgelände waren 133 Gasflaschen entdeckt worden, die aufwendig geborgen und entsorgt werden mussten. Die Sprengung der Gasbehälter mit eingerechnet dauerte der Einsatz knapp zwei Wochen.

Aber auch ein Waldbrand bei Beutelhausen, viele schwere Unfälle unter anderem auf der A92, der Brand im BMW Werk, austretende Salzsäure aus einem Kesselwagen am Bahnhof und Überschwemmungen nach Unwettern wie im Landshuter Osten hielten die Landshuter Feuerwehr Tag und Nacht auf Trab. Besonders bitter und belastend für die ehrenamtlichen Helfer: Bei zwölf Einsätzen, zu denen sie ausrücken mussten, gab es Todesopfer zu betrauern.

Auch wegen tierischer Notfälle war die Feuerwehr gefragt. Allein die Zahl der „Entenrettungen“ lag im letzten Jahr fast im dreistelligen Bereich. Besonders in Erinnerung geblieben ist den Einsatzkräften die Rettung einer Katze, die in Auloh in den Motorraum eines Autos gekrochen war und feststeckte. Die Fahrerin des Wagens hatte das nach fünf Minuten Fahrt bemerkt. „Die Kollegen mussten den Motor zerlegen“, so Zehatschek. Tatsächlich gelöscht wurde bei der Feuerwehr in den wenigsten Fällen: Rund 80 Prozent aller Alarmierungen waren wegen Rettungseinsätzen.

Dass sich die Zahl der Einsätze im laufenden Jahr verringern wird, ist eher nicht zu erwarten. 2019 gab es bereits einige spektakuläre Einsätze, zum Beispiel beim Brand im City Center Landshut oder nach den starken Schneefällen im Februar.

Oberbürgermeister Alexander Putz und der Verwaltungsbeirat der Feuerwehr, CSU-Fraktionsvorsitzender Rudi Schnur, lobten den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer. Putz sprach von einer Kombination aus „Ehrenamt und höchster Professionalität“. Schnur forderte angesichts der Vielzahl an schwierigen Einsätzen, dass die Stadt der Feuerwehr „die Mittel zur Verfügung stellte, die sie anfordert.“

Trotz der hohen Belastung: Über wenig Zulauf kann sich Stadtbrandrat Gerhard Nemela nicht beschweren. Die Zahl der aktiven Mitglieder hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 352 zugenommen. Nur 13 davon sind Frauen.


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