11.03.2019, 14:31 Uhr

Gesplitterte Zugscheibe Regionalexpress wurde von Schüssen getroffen

Polizisten untersuchen die gesplitterte Scheibe.Foto: Privat  (Foto: privat)Polizisten untersuchen die gesplitterte Scheibe.Foto: Privat (Foto: privat)

Der Passagier hörte einen Knall. Kurz darauf entdeckte er eine gesplitterte Seitenscheibe. Jetzt ist sich die Kriminalpolizei Erding sicher: Der Regionalexpress RE 57936 von München in Richtung Regensburg ist am Freitag gegen 20.45 Uhr bei Marzling von Schüssen getroffen worden. Laut einem Gutachter des Landeskriminalamtes stammen die Beschädigungen wahrscheinlich von Projektilen aus einer Luftdruckwaffe.

LANDSHUT Wegen des Vorfalls hatten am Freitagabend rund 60 Passagiere den Zug beim nächsten Halt in Landshut verlassen und mit anderen Zügen ihre Fahrt fortsetzen müssen. Mit Unterstützung von Kräften des Kriminaldauerdienstes Landshut wurde der Regionalexpress daraufhin nach Spuren abgesucht. „Tatsächlich wurden Eindellungen im Blech des Zuges und Sprungbeschädigungen an den Zugscheiben des Regionalzuges festgestellt, die auf Einschüsse hinweisen“, teilte die Kriminalpolizei Erding, die für den Fall zuständig ist, am Montag mit. Die Kripo hat den Zug für weitere Untersuchungen daraufhin sichergestellt.

Noch am Freitagabend begannen Kräfte der Bundespolizei mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers und Diensthunden, den Streckenabschnitt nach Spuren abzusuchen. Am Samstag wurde das fragliche Areal noch einmal abgesucht. Die Bahnstrecke musste dafür noch einmal gesperrt werden.

Die sachleitende Staatsanwaltschaft Landshut beauftragte einen Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts mit Untersuchung der Schussspuren. Da weder die Außenhaut des Zuges noch die Scheiben von dem Projektil durchdrungen wurden, gehen die Ermittler derzeit davon aus, „dass es sich bei der Tatwaffe mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Druckluftwaffe handelt.“ Eine „scharfe Schusswaffe“ schließen die Experten aus.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Die Kriminalpolizei in Erding sucht jetzt nach Zeugen, die am vergangenen Freitagabend in der Zeit zwischen 20 Uhr und Mitternacht verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, die in Verbindung mit dem Vorfall stehen könnten. Auch ein Fahrgast, der im ersten Waggon in der Nähe der beschädigten Scheibe saß und anschließend seinen Sitzplatz gewechselt hat, soll sich dringend für eine Zeugenbefragung bei der Kriminalpolizei Erding zur Verfügung stellen. Gleiches gilt für weitere Zuginsassen, die Angaben zu dem Vorfall machen können. Hinweise an die Telefonnummer 08122-968-0.


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