30.01.2019, 14:34 Uhr

„Wir sind präsent“ Wegen Anmache und Belästigung: Polizei kontrolliert die Landshuter Busse


In Landshut sollen junge Mädchen auf dem Weg in die Schule in Bussen von jungen Männern immer wieder belästigt werden. Hinweise darauf haben Ermittlungen der Polizei nach einem Vorfall in der letzten Woche ergeben, wie die Polizei bestätigt.

LANDSHUT Ein betrunkener und mit Haftbefehl gesuchter Syrer (25) hatte mehrere Mädchen im Alter von 11 und 14 Jahren am Mittwochmorgen in der Niedermayerstraße belästigt und begrapscht.

Der Betrunkene hatte die Mädchen auf dem Weg in die Schule angesprochen und sie gefragt, ob sie „mit in sein Zimmer“ kommen wollen. Einer 13-Jährigen streichelte er dabei über den Rücken bis zum Gesäß. Als eine 14-Jährige dem Mädchen zu Hilfe kam, ging der aggressive Syrer auf sie los. Das Mädchen verpasste dem Mann daraufhin eine Ohrfeige, der schlug zurück und ihr ins Gesicht. Anschließend verfolgte er die Schülerinen sogar bis zur Mittelschule Schönbrunn und sprach dort wieder eine Elfjährige an. Kurz darauf wurde der Mann von einer Polizeistreife festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

„Im Umfeld der Ermittlungen“, so der Landshuter Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber, hätten sich Hinweise ergeben, dass Schülerinnen in Bussen schon öfters von jungen Männern belästigt und angequatscht worden seien, erklärte er am Montag auf Anfrage. Bereits vor Wochen hatte eine junge Frau in den sozialen Medien auf derlei Vorfälle hingewiesen. Betroffen sind demnach die Buslinien im Bereich der Niedermayerstraße.

Die Polizei in Landshut hat deshalb ab sofort die Buslinien verstärkt im Auge. „Wir schauen uns die Situation ganz genau an“, so Scheibenzuber. Uniformierte Beamte würden jetzt im Umfeld der Haltestellen aber auch in den Bussen eingesetzt.

Auf Anfrage erklärte das Staatliche Schulamt, dass es bisher keinerlei Beschwerden oder Hinweise auf Belästigungen in Schulbussen gegeben habe. „Davon wissen wir nichts“, so Schulrat Sebastian Hutzenthaler, der selbst jahrelang Leiter der Mittelschule Schönbrunn in Landshut gewesen ist. Ärger habe es eher wegen der Drogenproblematik in der nahen Flüchtlingsunterkunft in der Niedermayerstraße gegeben. Auch bei den Stadtwerken wisse man nichts von Belästigungen durch junge Männer in Stadtbussen, wie die Sprecherin Susanne Franck erklärt. Die Polizei nimmt die Hinweise von Schülerinnen auf Belästigungen in Bussen derweil sehr ernst. „Wir werden präsent sein“, so Scheibenzuber.


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