22.01.2019, 15:40 Uhr

Abzocke an der Haustüre Schlüsseldienst-Monteur wird aggressiv – und verliert seinen Führerschein

Foto: hansgeel/123rf.com (Foto: hansgeel/123rf.com)Foto: hansgeel/123rf.com (Foto: hansgeel/123rf.com)

Die Abzocke durch Schlüsseldienste an den Haustüren in Landshut geht weiter. Wieder berichtet die Polizei von einem Fall, wo ein Kunde um sein Geld gebracht werden sollte – und nicht nur das. Der Monteur wurde richtig aggressiv, als der Kunde die geforderten 500 Euro nicht zahlen wollte. Kurze Zeit später war der selbst ernannte Monteur allerdings seinen Führerschein los.

LANDSHUT Man zieht die Haustür ins Schloss und hat den Schlüssel im Haus vergessen oder der Schlüssel sperrt aufgrund eines defekten Zylinders nicht mehr. Situationen, die es mitunter erforderlich machen, einen Schlüsseldienst zu rufen. So auch am Montag gegen 20.15 Uhr im Stadtgebiet Landshut. Nachdem sich die Haustür aufgrund eines offensichtlich kaputten Zylinders nicht mehr öffnen ließ, versuchte der Betroffene einen Schlüsseldienst zu verständigen. Es folgte der Griff zum Handy, die Eingabe eines entsprechenden Suchbegriffs und eine der vielen Internetseiten mit entsprechender Kontaktmöglichkeit blinkte auf. Bei dem folgenden 0800er-Telefonat wurde dem Anrufer auf mehrfache Nachfrage bestätigt, dass es sich bei dem Notdienst am anderen Ende der Leitung um einen in Landshut ansässigen Schlüsseldienst handelt. Vollkommen richtig war auch das intensive Nachfragen bezüglich der entstehenden Kosten. Hier erhielt der Anrufer jedoch keinerlei Auskünfte. Lediglich die Anfahrtskosten von rund 20 Euro wurden genannt.

Kurze Zeit später traf der 20-jährige Monteur des Schlüsseldienstes ein. „Auffällig war, dass der Mann mit einem Mietfahrzeug und ohne Arbeitskleidung anrückte“, so die Polizei. Auch bejahte er die Frage, ob er von einem Landshuter Schlüsseldienst sei. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass die fachlichen Qualitäten des Mannes nicht sehr ausgeprägt waren. Kreativität bewies er aber mit der Rechnungsstellung vorab: Rund 500 Euro sollte der Arbeitslohn betragen. Nachdem dieser Betrag Anlass für weitere Diskussionen war, wurde der 20-Jährige gegenüber seiner Kundschaft aggressiv und beleidigend.

Die verständigten Polizisten konnten den Streit schlichten, zu einer Türöffnung kam es jedoch nicht. Damit war die Angelegenheit aber nicht erledigt. Der 20-jährige Monteur stieg im Anschluss nicht in sein Fahrzeug, sondern begab sich in ein Schnellrestaurant. Nach einiger Zeit kehrte der Mann mit einer Frau zurück, die er als seine Cousine ausgab. Die noch anwesenden Polizeibeamten kontrollierten die Dame. Dabei stellte sich heraus, dass sie keine Verwandte des 20-Jährigen war und von diesem lediglich für 50 Euro gebeten wurde, das Auto wegzufahren. Der Grund dafür war schnell ermittelt: Der Monteur des Schlüsseldienstes ist nämlich nicht im Besitz einer erforderlichen Fahrerlaubnis. Somit muss nicht nur der 20-Jährige mit einem Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen, sondern auch der eigentliche Mieter, der ihm das Fahrzeug überlassen hatte.


0 Kommentare